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Bundesbahn
SBB: Neuer Ärger wegen Bombardier

Der neue Bombardier-Zug: Vom BAV nicht für den kommerziellen Betrieb zugelassen. Keystone

Die neuen Doppelstöcker von Bombardier harren der Zulassung durch die Behörden. Die Kanadier müssen noch diverse Sicherheitsnachweise erbringen. Es drohen weitere Verzögerungen.

Von Marc Iseli
am 07.06.2017

Den SBB droht neuer Ärger im grössten Beschaffungsauftrag der Firmengeschichte. Die Zulassung der neuen Doppelstöcker des kanadischen Zugbauers Bombardier verzögert sich. «Bombardier hat noch nicht alle Unterlagen eingereicht», sagt ein Sprecher des Bundesamtes für Verkehr (BAV) zur «Handelszeitung». «Es fehlen diverse Sicherheitsnachweise für die neuen Züge.»

Der Zulassungsprozess ist ein Kraftakt. Bombardier muss den Behörden rund 2260 Dokumente einreichen, um nachzuweisen, dass die neuen Züge sicher sind. Laut ehemaligen Kaderangestellten arbeiten die Kanadier mit Hochdruck daran, noch in diesem Sommer alle Nachweise für die Sicherheit der Züge zu erbringen. Das BAV hat aber keine Eile. «Für das BAV steht nicht Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern Sicherheit», sagt der Sprecher.

Politik macht Druck

Im Klartext heisst das: Die neuen Züge könnten erneut verspätet sein. Oder nur unter Auflagen bewilligt werden. «In früheren Fällen hiess dies beispielsweise, dass die Züge nur einzeln und nicht in Doppeltraktion verkehren oder dass sie nicht die für Neigezüge vorgesehenen Kurvengeschwindigkeiten fahren durften», so der BAV-Sprecher.

Bundesparlamentarier fordern nun Antworten von der SBB-Spitze. SBB-Chef Andreas Meyer ist im August von der nationalrätlichen Verkehrskommission vorgeladen. Politiker von links bis rechts wollen das Beschaffungsverfahren und den Vertrag mit Bombardier im Detail ausleuchten. Sollte Meyer keine Transparenz schaffen wollen, droht SVP-Politiker Ulrich Giezendanner mit dem Gang zur Eidgenössischen Finanzdelegation und dem Anrufen der Eidgenössischen Finanzkontrolle.

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