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SBB-Pendler müssen sich weiterhin gedulden

Pendler am Bahnhof Winterthur: Der Verkehr stockt nach einem Personenunfall. Keystone

Der Fahrplanwechsel auf dem Schweizer Schienennetz verlief problemlos – zumindest fast. Wegen eines Personenunfalls kam es im Raum Zürich am Montagmorgen zu einem Chaos.

Veröffentlicht am 14.12.2014

Der alljährliche Fahrplanwechsel auf dem Schweizer Schienennetz ist zunächst ohne grosse Probleme über die Bühne gegangen. Die SBB sprach am Sonntag in einer ersten Bilanz von einem «sehr guten Verlauf». Für die grossen Pendlerströme zeigten sich die Verantwortlichen gerüstet. Weil es keine systematischen Probleme gegeben habe, sei man für die Nagelprobe am Montag zuversichtlich, sagte Linus Looser, interimistischer Leiter des SBB-Verkehrsmanagements.

Pendler im Zugsverkehr zwischen Winterthur und Zürich haben sich jedoch am Montagmorgen gedulden müssen. Zum Wochenstart musste die Strecke wegen eines Personenunfalls unterbrochen werden. Kurz nach 8 Uhr wurde sie wieder freigegeben. Der Unterbruch hatte Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr.

Shuttlebusse und Extrazüge

Von der Störung betroffen waren auch die Eurocity-Züge von Zürich HB nach München, die Intercity-Züge zwischen Brig und Romanshorn und die Interregio-Züge zwischen Biel und Konstanz (D). Zwischen Zürich Hauptbahnhof und Zürich-Flughafen verkehrten Shuttlezüge und zwischen Bülach und Winterthur Extrazüge.

Unterbrochen war vor allem das Teilstück zwischen Effretikon und Kemptthal, was grosse Auswirkungen auch im S-Bahn-Verkehr zur Folge hatte. Gegen 7.30 Uhr konnte eines der beiden betroffenen Gleise wieder in Betrieb genommen werden, um 8.10 Uhr waren beide Gleise wieder frei.

«Es muss weiterhin mit Folge-Verspätungen bis zu 20 Minuten gerechnet werden», sagte SBB-Sprecherin Lea Meyer gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Züge würden durch den Zwischenfall teilweise am falschen Ort stehen. Bis sich alles wieder einigermassen einpendle, dauere es meist ein bis zwei Stunden, sagte Meyer.

Augenmerk auf Freiburg

Das SBB-Netz wurde am Montag zudem durch den alljährlichen Fahrplanwechsel einer Belastungsprobe unterzogen. Dieser war bereits am Sonntag erfolgt, am Montag stand mit dem Berufsverkehr aber die eigentliche Nagelprobe an.

Die Region Freiburg gilt dieses Jahr als Gewinnerin des Fahrplanwechsels: Zwischen Freiburg und Romont FR sowie zwischen Freiburg, Payerne VD und Yverdon-les-Bains VD gilt wochentags neu der Halbstundentakt. Eishockeyfans, die nicht im Fanzug mitreisen, steht zudem eine neue Bahnhaltestelle zur Verfügung, um zum Stadion des HC Freiburg-Gottéron zu gelangen: Die Haltestelle Fribourg/Freiburg Poya. Rund 70 Züge der Berner S-Bahn-Linie 1 (Thun-Bern-Freiburg) halten von nun an neu an dieser Haltestelle.

Ansonsten sei es ein «vergleichsweise kleiner Fahrplanwechsel», sagte Looser. Deshalb sei andernorts nur vereinzelt zusätzliches Kundenpersonal eingesetzt worden. Unter anderem mit der Neuorganisation der Zürcher S-Bahn werde der Fahrplanwechsel 2015 mehr Änderungen mit sich bringen. «Wir arbeiten schon heute daran.»

Höhere Preise - mehr Sparbillette

Spürbar ist der diesjährige neue Fahrplan im öffentlichen Verkehr vor allem im Portemonnaie der Reisenden. Einzig das Halbtax-Abo und die 9-Uhr-Tageskarte schlagen nicht auf. Generalabonnemente, die normalen Tageskarten und auch zahlreiche Einzelbillette werden teurer – im Durchschnitt um 2,3 Prozent. Auch für den Autoverlad am Lötschberg muss tiefer in die Tasche gegriffen werden. Neu kostet der Verlad eines Autos oder eines Wohnmobils montags bis donnerstags 27 Franken statt 22 Franken. An den Freitagen, Samstagen und Sonntagen beträgt der Tarif neu 29.50 statt 27 Franken.

Auf den 50 wichtigsten Fernverkehrsstrecken hat die SBB im Gegenzug die Kontingente für Sparbillette deutlich erhöht: von bisher 5000 bis 10'000 auf rund 15'000 täglich. Diese Tickets können neu erst eine Stunde vor Benützung gekauft werden, bis dato galt eine Vorverkaufsfrist von sechs Stunden. Zudem erhöhte die SBB den Maximalrabatt bei Halbtaxkunden von aktuell 30 Prozent auf 50 Prozent.

Neue Namen für Haltestellen

Weitere Neuerungen sind kosmetischer Art. Mit dem Fahrplanwechsel wurden drei SBB-Haltestellen umbenannt: Der Bahnhof «Bern Ausserholligen SBB» heisst seit Sonntag «Bern Europaplatz». «Cossonay» in der Waadt wird neu «Cossonay-Penthalaz» genannt und «Pfungen-Neftenbach» bei Winterthur ZH lediglich «Pfungen».

Im Kanton Bern wurde zudem der bernisch-solothurnische Tarifverbunds Libero erweitert. Zu diesem gehören neu die Region Biel, das Seeland, Grenchen SO und der Berner Jura. Die Reisenden auf der Gotthardstrecke sowie zwischen Bern und Biel freuen sich über modernere Züge. Auf der Gotthardstrecke wurden die pannenanfälligen ETR-470-Kompositionen durch Züge des Typs ETR 610 ersetzt. Diese verfügen über bequeme Sitze und viel Platz für Gepäck. Im Tessin ging zudem die grenzüberschreitende Linie S40 in Betrieb. Sie verbindet während der Hauptverkehrszeit Albate-Camerlata (I) über Como (I) und Mendrisio mit der neuen Haltestelle von Stabio.

Im Tram nach Deutschland

Im Wallis brachte der neue Fahrplan Verbesserungen, aber auch Verschlechterungen: In Leuk wird wegen Bauarbeiten statt zwei nur noch eine Interregio-Verbindung pro Stunde angeboten. Zwischen Zermatt und Fiesch gilt hingegen neu der Halbstundentakt. Halbstundentakt gibt es neu auch zwischen St. Gallen und Arbon TG. Die Reise mit dem Bus dauert noch 25 Minuten. Zwischen Romanshorn TG und St. Gallen verkehren täglich zwei zusätzliche Zugpaare, womit der Halbstundentakt verlängert wurde. Der Regio-Express Zürich-Chur wird neu am Abend in Flums SG halten.

Erstmals seit 47 Jahren verkehrten am Sonntag auch wieder Basler Trams nach Deutschland. Das in die Grenzstadt Weil am Rhein führende neue Teilstück der Tramlinie 8 der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wurde in den regulären Betrieb überführt. Ausgerichtet ist die Tramlinie 8 primär auf deutsche Berufspendler mit Arbeitsort Basel.

(sda/moh)

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