Die SBB hat die Beschaffung von 29 neuen Triebfahrzeugen für gut 800 Millionen Franken öffentlich ausgeschrieben. Mit den neuen Zügen soll die erwartete Verdoppelung der Nachfrage auf der Nord-Süd-Achse nach der Eröffnung der beiden Basistunnel am Gotthard und Ceneri aufgefangen werden.

Die neuen Züge ersetzen langfristig die Neigezüge des Typs ETR 470, die Ende 2014 ausrangiert werden. Sie werden ab Ende 2017 schrittweise vor allem im nationalen Nord-Süd-Verkehr auf der Gotthard- und Lötschberg-Linie sowie für die Anbindung der Schweiz an die grenznahen internationalen Zentren eingesetzt.

70 Prozent mehr Sitzplätze

Die neuen Triebzüge fahren bis zu 249 km/h und bieten mit bis zu 400 Metern Länge rund 70 Prozent mehr Sitzplätze als die heutigen, 230 Meter langen ETR 470. Die Züge verfügen über ein Belegungsanzeigesystem innen und aussen sowie eine elektronische Sitzplatzreservierung.

Zudem gibt es einen Speisewagen, Ruhe-, Familien- und Businesszonen, Steckdosen an allen Sitzplätzen, guten Handyempfang und WLAN. Die SBB setze auf konventionelle Züge, weil Neigezüge auf der Nord-Süd-Achse nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels nur Fahrzeitgewinne von wenigen Minuten brächten, wie es im Communiqué weiter heisst.

Anzeige

Die Anbieter haben nun ein halbes Jahr Zeit, ihre Offerten abzugeben. Darin ist als Option auch ein Angebot für die Instandhaltung durch den Hersteller zu unterbreiten.

59 neue Doppelstockzüge für Ost-West-Achse

In den nächsten Jahren investiert die SBB durchschnittlich rund 1 Milliarde Franken pro Jahr in neues und modernes Rollmaterial für ihre Fahrgäste. Neben den 29 neuen Triebzügen für den Nord-Süd-Verkehr beschafft sie 59 neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr, die vor allem auf der Ost-West-Achse mehr Sitzplätze bringen.

(vst/tno/sda)