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SBB schreibt rote Zahlen im Güterverkehr

SBB Cargo
SBB Cargo: Sorgenkind der Bundesbahnen.Quelle: Keystone

Die SBB hat 2017 mehr Passagiere befördert und ein höheres Konzernergebnis erzielt. Schlecht lief indes der Cargo-Bereich.

Veröffentlicht am 20.03.2018

1,26 Millionen Passagiere haben 2017 jeden Tag die Züge der SBB benutzt. Das Unternehmen hat das Konzernergebnis gesteigert und plant Preissenkungen in einigen Bereichen. Im Güterverkehr schrieben die SBB allerdings rote Zahlen. 

Das SBB-Konzernergebnis stieg im vergangenen Jahr um 18 Millionen Franken auf 399 Millionen Franken. Der Anstieg sei auf die erhöhte Produktivität sowie das bessere Ergebnis im Personenverkehr sowie von Immobilien und Infrastruktur zurückzuführen, hiess es im Communiqué der SBB

Sparprogramm auf Kurs

Auch das 2016 lancierte Sparprogramm «RailFit20/30» habe zu diesem Ergebnis beigetragen, schrieben die SBB. Es sei auf Kurs und biete Handlungsspielraum, das Preis-Leistungsverhältnis für die Kunden zu verbessern. Die SBB wollen sich nach eigenen Angaben dafür einsetzen, dass die Preise auf den nächsten Fahrplanwechsel in einige Bereichen gesenkt werden. 

Zudem sollen Sparbillette in der Nebenverkehrszeit bis zu 70 Prozent ermässigt werden. GA-Kunden sollen ein Gutscheinheft erhalten und der telefonische Rail Service soll ab Mai zum Orts- statt Minutentarif zur Verfügung stehen.

Mehr Kunden befördert

Das Ergebnis des Personenverkehrs stieg von 139 Millionen Franken auf 186 Millionen Franken. Das Jahresergebnis von SBB Infrastruktur belief sich auf 100 Millionen Franken, nach einem Verlust von 103 Millionen Franken im Vorjahr. 

Die SBB hat 2017 erneut mehr Kunden befördert: pro Tag waren es 1,26 Millionen, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem zählt das Bahnunternehmen so viele Stammkunden wie noch nie. Rund 480'000 Personen benutzten im vergangenen Jahr ein Generalabonnement, 1,7 Prozent mehr als 2016. Rund 2,5 Millionen Passagiere reisten mit einem Halbtaxabo, das waren 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Höherer Unterhalt

Die Entgelte von Bund und Kantonen für Betrieb und Unterhalt der Infrastruktur, Ausbauten sowie den bestellten Regionalverkehr stiegen um 8,1 Prozent auf 2,666 Milliarden Franken. Grund seien höherer Unterhalt und Betrieb, schreibt das Bahnunternehmen. 

Im Regionalverkehr erhöhte sich der Kostendeckungsgrad von 59 auf 61 Prozent. Hier seien die Entgelte von Bund und Kantonen leicht gesunken, während das Angebot leicht verbessert worden sei. 

Massiver Verlust bei SBB Cargo

SBB Cargo fuhr 2017 einen Verlust von 239 Millionen Franken ein. 2016 resultierte noch ein Ergebnis von 1 Million Franken. Im Verlust aus dem vergangenen Jahr enthalten seien der operative Verlust von 31 Millionen Franken, eine Rückstellung für die Restrukturierung von 19 Millionen Franken sowie eine Wertberichtigung von 189 Millionen Franken. 

Wegen der hohen Verluste steht der Abbau von rund 800 Stellen bevor, wie SBB Cargo Anfang März ankündigte. Bis Ende 2023 sollen noch 1400 anstelle der heute rund 2200 Angestellten bei der Güterbahn arbeiten.

(sda/gku/mlo)

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