Die Konkurrenz zwingen die SBB, ihr Angebot in verschiedenen Bereichen auszubauen. Während bis vor kurzen sämtliche Bahnkunden entweder in einem Bahnwagen der ersten oder zweiten Klasse unterwegs waren, chauffiert die Bahn die Reisenden neuerdings auch in Bussen umher – oder hofiert sie auf längeren Bahnstrecken mit einem Service, welcher der «First Class» einer Fluggesellschaft entsprechen soll.

Erstmals auf Busse setzt die Staatsbahn auf der Strecke von Zürich über St. Gallen nach München. Weil diese auf dem Teilstück zwischen Lindau und München nicht elektrifiziert ist, dauert eine Zugreise eine halbe Stunde länger als eine Fahrt mit dem Car. Dieser Wettbewerbsnachteil zeigte in den letzten Jahren seine Wirkung.Die SBB-Kunden wanderten reihenweise zu privaten Bus-Unternehmen ab.

«Situation mit neuen Destinationen beobachten wir genau»

Die Bahn reagierte Mitte Dezember mit einem eigenen Bus-Angebot. Dieses ist gut angelaufen, an den Wochenenden sind die IC-Busse voll. Ist das ein Pilot-Projekt, das bald auf anderen Strecken Schule macht? «Nein», betont SBB-Sprecher Christian Ginsig. Es handle sich um ein attraktives Zusatzangebot, um die bestandenen Taktlücken zu schliessen.

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Nachdem diese Woche das Berliner Busunternehmen «Mein Fernbus» jedoch ankündigte, es biete ab April täglich je vier Fahrten von Zürich nach Konstanz und Stuttgart sowie eine nach Hamburg, tönt es bei den SBB anders: «Selbstverständlich werden wir die Situation mit den neuen Destinationen genau beobachten», sagt Ginsig.

Service auf Langstrecken ausbauen

Während die SBB mit den Bussen neu auf das Billig-Segment im Reisemarkt abzielen, wollen sie auf langen Bahnstrecken ihren Service ausbauen, um die zahlungskräftigen Kunden bei Laune zu halten. Ginsig: «Zusatzservices im internationalen Verkehr, wo die durchschnittliche Reisedauer mehrere Stunden beträgt, gehören da ganz einfach dazu.» Und: «Generell ist es uns ein Anliegen, auf mittleren Distanzen eine angenehme und vor allem komfortable Alternative zum Flugzeug anzubieten.»

(dbe)