Die derzeitige Rentenhöhe für SBB-Mitarbeiter ist vorerst gesichert. Die SBB und die Gewerkschaften haben eine Einigung erzielt. Die Beschäftigten verzichten auf generelle Lohnerhöhungen und einen Ferientag pro Jahr. Im Gegenzug schiesst die SBB 690 Millionen Franken ein.

Mit diesen Massnahmen liesse sich die Pensionskasse langfristig finanziell stabilisieren, schreibt die SBB in einer Mitteilung vom Donnerstag. Eine weitere Rentenkürzung sei für die Mitarbeiter unzumutbar. Diese mussten in der Vergangenheit Leistungseinbussen von bis zu 25 Prozent in Kauf nehmen.

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Finanzierung via Immobilienrendite

Die SBB hatte Ende 2014 darauf verzichtet, variable Renten einzuführen. Bei einem solchen Modell würden die Renten in einen festen und einen variablen Teil aufgeteilt. Nach guten Jahren steigt die Rente, nach schlechten sinkt sie. Dies hätte Kürzungen von elf Prozent zur Folge gehabt.

Die Bundesbahnen finanzieren den Betrag von 690 Millionen Franken über den Gewinn ihrer Immobilien. Damit wird allen aktiven Versicherten per Anfang 2016 eine Gutschrift auf ihr individuelles Altersguthaben im Umfang von 12 Prozent ausgestellt. Davon profitieren sollen vor allem Versicherte, die in den nächsten Jahren in Pension gehen.

Vier Jahre lang keine Lohnerhöhung

Einen substantiellen Beitrag leisten aber auch die SBB-Mitarbeiter. Von 2017 bis 2020 verzichten sie auf generelle Lohnerhöhungen. Löhne werden einzig individuell um 0,8 Prozent der Gesamtlohnsumme erhöht. Daneben wird den Beschäftigten zwischen 2016 und 2018 ein Ferientag pro Jahr gestrichen.

Die Pensionskasse ihrerseits beteiligt sich mit knapp einer Milliarde Franken aus Rückstellungen, um das Leistungsniveau der laufenden Renten zu erhalten.

Sparbeiträge werden erhöht

Einen ersten Abfederungsschritt hatte die SBB in Abstimmung mit den Sozialpartnern bereits 2014 unternommen: Im Rahmen der Lohnverhandlungen 2015/2016 wurde vereinbart, die Sparbeiträge an die berufliche Vorsorge per 2016 zu erhöhen.

Die SBB übernimmt die Hälfte dieser Erhöhung von rund einem Lohnprozent, die andere Hälfte übernehmen die Mitarbeitenden. Dieser Schritt kommt laut SBB vor allem jüngeren Versicherten zugute.

Seit langem sanierungsbedürftig

Die SBB-Pensionskasse wurde bereits wenige Jahre, nachdem sie um die Jahrtausendwende in die Selbstständigkeit entlassen worden war, zum Sanierungsfall. Ende 2008 hatte der Deckungsgrad der Pensionskasse nur noch gerade 79,2 Prozent betragen.

Damit die Kasse wieder gesundete, war eine Sanierung notwendig. Die Sparbeiträge wurden erhöht, was vor allem bei jüngeren Versicherten Wirkung entfaltete. Zudem mussten die Angestellten in den Jahren 2010 bis 2013 Sanierungsbeiträge leisten. Auch der Bund kam zur Hilfe.

(sda/ise/ama)