Die SBB darf den Milliardenauftrag für 29 Neat-Züge an Stadler Rail vergeben, wie das Bundesgericht entschieden hat. Beim Entscheid handelt es sich zwar lediglich um eine Zwischenverfügung. Für die Auftragsvergabe gibt das Bundesverwaltungsgericht dennoch grünes Licht.

Für die SBB werde der Weg frei, die Beschaffungsverträge mit dem Thurgauer Unternehmen Stadler Rail abzuschliessen, hält das Gericht fest. Das Endurteil, das zu einem späteren Zeitpunkt erlassen wird, würde an einem bereits abgeschlossenen Vertrag mit Stadler Rail nichts mehr ändern.

SBB und Stadler Rail unterzeichnen Vertrag

Die Unternehmen haben denn auch keine Zeit verloren: Am Donnerstagabend, nur wenige Stunden nach Publikation des Entscheides, besiegelten die SBB und der Ostschweizer den 980-Millionen-Deal.

Dank dem SBB-Auftrag verbessert sich die Auslastung des Unternehmens auf längere Frist. Die neuen Neat-Züge werden in den Stadler-Werken in Bussnang und in Winterthur produziert. 80 Prozent der Wertschöpfung bleiben laut Spuhler in der Schweiz, wo Stadler 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit 250 km/h durch den Gotthard

Mit dem Bau der neuen Hochgeschwindigkeitszüge, die mit Tempo 250 km/h durch den neuen Gotthard-Tunnel fahren werden, geht für den Schweizer Schienenfahrzeugbauer eine neue Ära los.

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Stadler baute Züge für Norwegen, Österreich und Schweden, die auf ein Tempo von 200 km/h ausgerichtet sind. Dass im Gotthard schneller gefahren werden könne, sei vor allem von der Infrastruktur abhängig, nicht von der Bauweise der Züge, sagte Spuhler.

Zweite Beschwerde zurückgezogen

Die SBB hatte Stadler Rail am 9. Mai den Zuschlag erteilt. Dagegen hatte neben Talgo auch der französische Bahnhersteller Alstom eine Beschwerde eingelegt. Alstom zog seine Beschwerde jedoch wieder zurück, wie Mitte September bekannt wurde. Man habe von der SBB Antworten auf offene Fragen erhalten, begründete Alstom seinen Entscheid.

(sda/ise/me)