Die Passagiere der SBB sind 2014 etwas pünktlicher an ihrem Ziel eingetroffen als im Vorjahr. Wie die Bahn am Montag mitteilte, erreichten mit 87,7 Prozent 0,2 Prozentpunkte mehr Reisende das Ziel höchstens drei Minuten zu spät.

Damit sind die SBB nach eigenen Angaben das pünktlichste Bahnunternehmen Europas. Das sei trotz intensiver Bauarbeiten erreicht worden. Zur Pünktlichkeit beigetragen hat die bessere Verfügbarkeit von Anlagen und Rollmaterial.

Ziel verfehlt

Im Vorjahr hatten 87,5 Prozent der Reisenden das Ziel maximal drei Minuten zu spät erreicht. Trotz der Verbesserung 2014 erreichten die SBB das selbst gesetzte Ziel von 89 Prozent pünktlichen Kunden wie schon 2013 nicht.

Auf ihren Anschlusszug schafften es 97,1 Prozent der Umsteigepassagiere. Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Bahn begründet die Verschlechterung damit, dass sie nach Verspätungen einzelne Anschlusszüge nicht abwarten konnte, weil es sonst im Gesamtsystem zu Folgeverspätungen gekommen wäre.

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Drei Minuten Marge

2012 waren noch 88 Prozent der Reisenden pünktlich, 2011 erreichte die Kennziffer 89,8 Prozent. Für die SBB ist die Pünktlichkeit eines der drei obersten Unternehmensziele.

Anders als die meisten europäischen Bahnen messen die SBB nicht die Zugs- sondern die Kundenpünktlichkeit. Diese beinhaltet neben der Ankunfts- auch die Anschlusspünktlichkeit. Ein Reisender gilt gemäss SBB-Rechnung als pünktlich, wenn er am Ziel weniger als drei Minuten zu spät ankommt und alle Anschlüsse erwischt hat.

Europa misst anders

Bei der Mehrzahl der Bahnen in Europa gelten Züge mit weniger als fünf Minuten Verspätung als pünktlich. Die Anschlüsse werden nicht berücksichtigt. Im Nachbarland Österreich ist ein Zug mit 5 Minuten 29 Sekunden Verspätung noch pünktlich, in Deutschland einer mit 5 Minuten 59 Sekunden.

Mit diesen Eckwerten für die Nachbarbahnen und maximal 5 Minuten Zugsverspätung schwingt die Schweizer Bahn obenaus. Bei den SBB trafen im vergangenen Jahr 96,8 prozent der Züge pünktlich im Bahnhof ein, bei den Österreichischen Bundesbahnen nach deren Kriterien 96,7 und bei der Deutschen Bahn 94,5 Prozent.

(awp/gku/se)