SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi will Hooligans künftig nicht mehr transportieren. Dazu fordert er, die im Gesetz verankerte Transportpflicht der SBB abzuschaffen.

«Wir arbeiten mit dem Verkehrsdepartement UVEK an einer entsprechenden Gesetzesänderung», sagte Gygi in einem Interview in der «Aargauer Zeitung» und der «Südostschweiz».

Zurzeit verpflichtet das Gesetz die SBB, alle Menschen mit gültigem Billett zu transportieren - auch Hooligans, die Züge verwüsten.

Eine Abschaffung der Transportpflicht würde mithelfen, das Problem zu entschärfen, erklärte Gygi. Es gehe nicht mehr an, dass die Kosten für die Schäden von der SBB getragen werden müssten. «Die Extrazüge sehen nach den Spielen manchmal wie Schlachtfelder aus.»

Vereine sollen ganze Züge chartern

Die geplante Gesetzesänderung sieht laut «Aargauer Zeitung» ausserdem vor, dass auswärtige Fans nur dann in den Gästesektor eines Stadions kommen, wenn sie ein Kombiticket lösen, das nur in Extrazügen gültig ist.

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Zudem sollen die Fussballvereine gezwungen werden, ganze Züge zu chartern - und per Kaution oder Haftpflichtversicherung für Schäden geradezustehen. «Dieses Modell hat sich im Ausland bewährt», sagte Gygi.

In dem Zeitungsbericht heisst es weiter, dass das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die SBB in diesem Bestreben unterstütze.

(tno/laf/sda)