Das überarbeitete Lohnsystem der SBB ist seit zwei Jahren in Kraft. Doch der Streit über die neue Salärstruktur mit 15 statt 29 Gehaltskategorien geht weiter. Rund 3500 Angestellte haben sich geweigert, die Vereinbarung mit der Bahn zu unterschreiben. Sie fühlten sich von ihr mehrheitlich falsch eingestuft. Bis Ende Juni haben jetzt alle Betroffenen von den SBB eine Verfügung erhalten, wie Sprecherin Lea Meyer gegenüber der «Handelszeitung» bestätigt.

Das Schreiben hält die Zuteilung in die neue Salärklasse fest. «Bis Ende Monat haben die letzten Empfänger Zeit, bei unserem Rechtsdienst dagegen Beschwerde einzureichen», erklärt Meyer. Bei öffentlich-rechtlichen Unternehmen können die Angestellten gegen Änderungen im Arbeitsvertrag Rekurs einlegen und den Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht weiterziehen.

 «Schlampige Arbeit»

Wie viele SBB-Mitarbeitende die Verfügung anfechten wollen, ist offen. «Wir prüfen das derzeit», sagt Manuel Avallone, Vizepräsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. «Klar ist aber, dass viele mit dem Vorgehen der SBB alles andere als zufrieden sind.»

Einzelne Schreiben hätten in deutscher Sprache begonnen und in französischer geendet. Avallone spricht von «schlampiger Arbeit». Unter den Unzufriedenen sind vom administrativen Personal über den Zugverkehrsleiter bis zum Rangierer alle Berufsgruppen vertreten. Total zählen die SBB rund 29'000 Vollzeitbeschäftigte.

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