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Scania: Biodiesel und Gas

Erneuerbare Treibstoffe: Die Euro-6-Motoren von Scania sind für den Betrieb mit erneuerbaren Treibstoffen geeignet.

Der schwedische Hersteller hat als eine der allerersten Marken Lastwagen mit Motoren, welche die Euro-6-Norm erfüllen, auf die Strasse gebracht. Aber es gibt auch eine Zeit nach Euro 6. Gearbeitet wir

Von Kurt Bahnmüller
am 03.10.2012

Das Handicap derjenigen, welche als Allererste eine technische Innovation auf den Markt bringen, liegt darin, dass im Zeitpunkt, zu dem die Konkurrenz nachzieht, bei Ersteren die neuste Technik bereits Courant normal ist. Scania hatte im vergangenen Jahr ein Motorenprogramm, welches die Euro-6-Norm erfüllt, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mittlerweile stehen die ersten Nutzfahrzeuge mit dieser Technologie bereits bei Kunden im Einsatz.

In Hannover zeigten die Schweden erstmalig ihr flexibles Euro-6-Motorenprogramm. Zu sehen waren vier neue 9-Liter-Euro-6-Motoren, zwei mit SCR, zwei mit EGR und SCR sowie die beiden bereits 2011 vorgestellten 13-Liter-Motoren. Scania präsentierte zudem zwei ­Euro-6-Gasmotoren mit wegweisender Technologie. Die Euro-6-Reihenmotoren reichen vom Fünfzylinder mit 250 PS bis zum Sechszylinder mit 480 PS Leistung.

Die Grundlage aller Euro-6-Motoren von Scania ist die neueste modulare ­Motorplattform mit Hubräumen von 9, 13 und 16 Litern. Sie weist einen reduzierten Wartungsbedarf und eine effiziente Teileversorgung aus. Das komplette Motorenprogramm wird spätestens dann verfügbar sein, wenn Euro 6 in Kraft tritt – also am 1. Januar 2014.

Euro 6: Kombinationen möglich

Zur Reduzierung der Stickoxide gelangt bei zweien der 9-Liter-Dieselmotoren – diese leisten 320 und 360 PS – ausschliesslich die SCR-Technologie zum Einsatz. Bei den neuen 250 und 280 PS starken Motoren werden Abgasrückführung (EGR) und Abgasnachbehandlung (SCR) miteinander kombiniert, so wie dies auch bei den 13-Liter-Motoren mit 440 und 480 PS Leistung der Fall ist. Kunden haben bei den 9-Liter-Motoren daher die Wahl zwischen SCR-Technologie oder der Kombination aus EGR- und SCR-Technologie.

Die Euro-6-Motoren weisen ein hohes Drehmoment im niedrigen Drehzahl­bereich auf. Dies ist gleichbedeutend mit guter Fahrbarkeit. Der Chauffeur ist mit niedrigen Drehzahlen und guten Verbrauchswerten unterwegs. Die 13-Liter-Motoren mit 440 und 480 PS, die beide mit EGR und SCR arbeiten, wurden ­bereits Anfang 2011 vorgestellt. Kunden haben seither die Erfahrung gemacht, dass Treibstoffverbrauch und Fahrleistungen denen der Euro-5-Motoren in keiner Weise nachstehen.

Der kompakte Schalldämpfer wird für alle Reihenmotoren verwendet. Er enthält einen Oxicat, einen Partikelfilter, zwei SCR-Katalysatoren und zwei AdBlue-Schlupfkatalysatoren. Das komplette Paket ist so kompakt wie die Schalldämpfer früherer Emissionsstandards. Sie erlauben weiterhin das Mitführen von bis zu 1500 Litern Treibstoff an Bord einer Sattelzugmaschine. Die kompakte Installation ist gleichbedeutend mit Vorteilen für das Fahrgestellkonzept. Komplexe Aufbaulösungen lassen sich, verglichen mit Euro 5, ohne Konstruktionsänderungen durchführen.

Gemeinsame Motorenentwicklung

Scania entwickelt Motoren für alle ­Anwendungsprofile auf Basis seiner modularen Motorenplattform, dies mit den gleichen Basismotoren und mit identischen Prozessen. Die Motorentwicklung für Lastwagen und Busse geht Hand in Hand mit dem Entwurf von Industrie­motoren, bei denen striktere Emissionsgrenzwerte – ähnlich wie Euro 6 – für 2014 anstehen. Scania erfüllt diese strengen Grenzwerte – Stage 6 in der EU sowie Tier 4 Final in den USA – mit Common-Rail-Einspritzung, Turbolader mit variabler Geometrie sowie SCR-Abgasnachbehandlung. Ein Partikelfilter ist dazu nicht erforderlich.

Für Euro 6 bietet Scania im Markt ­zudem ein umfangreiches Programm von Motoren für erneuerbare Treibstoffe an. Alle Euro-3-/4-/5- und EEV-Motoren sind mit Biodiesel kompatibel, und dies bis zu 100 Prozent. Euro-6-Motoren ­werden zu einem späteren Zeitpunkt ­freigegeben. Gas- und Ethanolmotoren ­gehören ebenfalls zum Euro-6-Portfolio von Scania.

Die zwei neuen 9-Liter-Euro-6-Gasmotoren können sowohl in Lastwagen wie auch in Omnibussen eingesetzt werden. Die maximalen Drehmomente sind für einen Motor, der nach dem Otto-Prinzip arbeitet, sehr hoch. Dies öffnet den Weg für Anwendungen, die über den Einsatz in der Stadt hinausgehen. Daher empfehlen sich die neuen Gasmotoren zusätzlich für Einsätze im regionalen ­Verteilerverkehr oder im leichten Fernverkehr. Der Aktionsradius einer Sattelzugmaschine lässt sich mit dem optionalen Flüssiggastank fast verdoppeln, dies von 600 auf bis zu 1100 Kilometer. Diese Lösung ist ab Werk verfügbar.

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