Haben Sie schon mal probiert, Ihre Digitalkamera in der Waschmaschine zu reinigen? Keine angenehme Vorstellung, oder? Mit den neusten wasserdichten Kameras wäre das allerdings kein Problem - zumindest bei niedrigen Temperaturen würde diesen ein Waschgang kaum schaden.

Eine Kamera, die Sie auch bei den wildesten Aktivitäten begleiten soll, muss kompakt und leicht sein. In dieser Hinsicht macht die Fujifilm Finepix Z33WP anderen Modellen etwas vor: Sie wiegt gerade mal 130 g und passt sogar in die Hosentasche einer engen Jeans. Mit knapp 200 g sind die Modelle von Olympus und Panasonic zwar deutlich schwerer, sie sind aber flach genug, um zumindest in einer Jackentasche nicht zu stören. Die 212 g schwere Powershot D10 von Canon ist mehr als doppelt so dick.

Mit grossen Tasten abtauchen

Canon nutzt das vergleichsweise grosse Gehäuse der D10 aber gut aus und spendierte der Kamera grosse Bedientasten, die zudem gut lesbar beschriftet sind. Deshalb ist sie etwa beim Schnorcheln deutlich leichter zu bedienen als die anderen drei Apparate.

Der dreifache Zoom der Fujifilm deckt - umgerechnet auf das Kleinbildformat - einen Brennweitenbereich von 38 bis 113 mm ab. Die Canon nimmt mit ihrem 33- bis 100-mm-Zoom einen etwas weiteren Blickwinkel auf. Da unter Wasser Motive durch den anderen Brechungsindex etwas näher zu sein scheinen, als sie tatsächlich sind, eignen sich diese beiden Modelle eher für Porträtaufnahmen von Seepferdchen als für die beeindruckende Übersicht eines schillernden Korallenriffs. Das klappt mit den Modellen von Olympus und Panasonic besser. Mit Ausgangsbrennweiten von 28 beziehungsweise 27 mm nehmen Sie vom gleichen Standort einen deutlich weiteren Winkel auf. Diese beiden bieten - wie auch die Canon - zusätzlich einen Panorama-Modus. Damit fotografieren Sie mehrere Bilder nacheinander so, dass sie sich später am PC zu einem einzigen Bild zusammensetzen lassen. Das funktioniert allerdings nur bei Motiven, in denen sich nicht allzu viel bewegt; unter Wasser lässt sich die Funktion also kaum einsetzen. Mit dem 4,7-fach-Zoom bietet die Panasonic auch im Telebereich mehr als die Konkurrenz. Selbst einen Hai können Sie so aus einigermassen sicherem Abstand fotografieren. Besitzen Sie die nötige Gelassenheit, lässt sich der Bildausschnitt besonders präzise anpassen: Im Gegensatz zu den anderen Kameras, bei denen der Zoom stets in Zwischenstufen einrastet, ist der Panasonic-Zoom stufenlos.Ihr Mut reicht nicht für Hai-Fotos, Sie trauen sich aber einen Sprung vom 10-Meter-Brett zu? Dokumentieren Sie den doch mal mit der Serienbildfunktion. Bei bestmöglicher Bildqualität ist allerdings nur die Canon flott genug für den Sprung: Sie schafft innerhalb der 3 Sekunden Flugzeit vier Aufnahmen. Die anderen Modelle sind viel langsamer. Die Olympus legt bei der Geschwindigkeit erheblich zu, wenn Sie mit geringerer Auflösung (und somit schlechterer Bildqualität) fotografieren. Sie schafft dann innerhalb der 3 Sekunden 15 Fotos.

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Mit der Panasonic können Sie Ihren mutigen Sprung sogar in Bewegung dokumentieren: Als einzige filmt sie auch in HDTV-Qualität (optimal für moderne Flachbild-TVs). Die Fujifilm machte auch mit niedriger Auflösung nur behäbige 0,3 Bilder pro Sekunde.

Die Hersteller versprechen, dass ihre Kameras einen ordentlichen Schlag vertragen. Die Canon bleibt nach einem Fall aus 1,20 m ohne Schaden, die Panasonic aus 1,50 m, und die Olympus übersteht sogar einen Sturz aus 2 m Höhe ohne Blessuren.

Schnell am Abzug

Stellen Sie sich vor, eine Muräne reckt sich Ihnen aus ihrer Höhle entgegen - aber bis Ihre Kamera nach dem Drücken des Auslösers wirklich fotografiert hat, ist das Tier längst verschwunden! Zum Glück sind die Kameras relativ flott: Die Auslöseverzögerung liegt zwischen 0,36 Sekunden bei der Panasonic und 0,55 Sekunden bei der Olympus.

Wichtig: Befestigen Sie beim Einsatz im Wasser unbedingt die Halteschlaufe und legen Sie diese ums Handgelenk, denn gleitet Ihnen die Kamera in freien Gewässern aus der Hand, werden Sie das Gerät kaum wiederfinden.

Selbst in einem tiefen Schwimmbecken können die Modelle von Fujifilm und Panasonic leicht Schaden nehmen: Sie sind nämlich nur bis 3 m Tiefe wasserdicht. Um das im Schadensfall kontrollieren zu können, haben die Hersteller Drucksensoren in die Kameras eingebaut. Die Kameras von Canon und Olympus erlauben Tauchgänge bis zu 10 m Tiefe.

So mancher hätte seine Kamera schon am liebsten in die Ecke gepfeffert, nachdem er das Ergebnis seiner Foto-Safari zu Gesicht bekommen hatte (selbst wenn das Gerät dabei nicht einmal kaputt gehen würde). Mit der Fujifilm könnte Ihnen das passieren: Ihre Fotos wirkten unscharf und verwischt, sie zeigten nur wenige Details.

Die beste Bildqualität liefert die Canon. Selbst feinste Details einer filigranen Koralle sind gut zu erkennen. Die Qualität lässt zu den Bildrändern hin aber nach, Farben wirkten nicht ganz originalgetreu. Auch die Aufnahmen der Olympus können sich sehen lassen, hier stört jedoch bei schwach beleuchteten Motiven farbiges Bildrauschen. Bei den Panasonic-Aufnahmen fällt ein deutlicher Qualitätsabfall zu den Bildrändern hin auf. Zudem werden scharfe Kanten etwas verwischt dargestellt.