Am Samstagabend war der Deal perfekt: Roger Schawinski bekam den Zuschlag zum Kauf des insolventen Jugendsenders 105. Sein Angebot sei vom Konkursrichter als besser bewertet worden als alle andern, erklärte der Besitzer von Radio 1 danach. Doch besser heisst nicht unbedingt üppig, wie sich nun zeigt.

Das «verbindliche Kaufangebot» von Schawinski für die Radio-105-Betreibergesellschaft Music First Network umfasst zum einen sämtliche Anlagen von Radio 105. Dazu gehören «alle Geräte, Mobilien und Materialien, Jingles, Layout-Elemente, kommerzielle Unterlagen, Kundenlisten, Werbematerialien, etc.», wie der Konkursrichter in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Kostenpunkt: 10'000 Franken. Daneben übernimmt Schawinski die UKW-Konzession im Sendegebiet 25. Dafür blättert er nochmals 240'000 Franken hin. Schawinski zahlt also nur 250'000 Franken direkt.

Nur noch 80 Prozent des heutigen Lohnes

Der Schweizer Radiopionier verpflichtet sich jedoch auch zur Übernahme des Mietvertrages für die Büro- und Studioräume an der Leutschenbachstrasse 95 in Zürich. Dieser läuft bis Ende September 2016 und verursacht bis dann Kosten von 534'000 Franken.

Auch beim Personal gibt er ein Versprechen ab: Schawinski wird mindestens acht Mitarbeiter von Radio 105 übernehmen. Allerdings werden sie neu angestellt und dann nur noch 80 Prozent des heutigen Lohnes bekommen. Eine Stellengarantie gibt es nicht.

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Ganz sicher darf sich Schawinski indes noch nicht sein. Nun haben weitere potenzielle Interessenten fünf Tage Zeit, ein besseres Angebot einzureichen. Das muss mindestens 15'000 Franken höher liegen als das von Schawinski.