Schlechte Vorzeichen für die Wintersaisoin und das kommende Jahr: Ein am 12. Oktober in Kraft getretenes Gesetz der europäischen Schengen-Länder, zu denen auch die Schweiz gehört, erlaubt chinesischen Staatsbürgern die Einreise per sofort nur noch mit einem biometrischen Visum. Das stellt für viele reisewillige Chinesen eine grosse Hürde dar.

Chinesen können sich ein solches auf die Schweiz ausgestelltes Reisedokument nur an drei Stellen im Land besorgen: In Peking, Schanghai und Guangzhou. Für die grosse Mehrheit ist dieser Aufwand mit einer kostspieligen Inlandflugreise verbunden. Die selbst zu berappenden Kosten für das Visum mit persönlichen Identifikationsmarkmalen wie Fingerabdruck und Gesichtserkennung kommen dazu. Viele Chinesen wollen und können sich diesen Initialaufwand für ihre Europareise kaum mehr leisten.

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Interlaken spürt die Folgen

Erste Auswirkungen sind bereits zu spüren in der Schweiz, etwa in Interlaken. Der Ort im Berner Oberland ist punkto Logiernächte nach Luzern die zweitwichtigste Schweizer Destination für chinesische Touristen: «Unsere Uhren- und Juweliergeschäfte gehen schon heute von teils happigen Verkaufsrückgängen in den kommenden Monaten aus», sagt Tourismusdirektor Stefan Otz.

Grund: Das in Interlaken stark ausgeprägte Gruppengeschäft mit Chinatouristen reagierte schon rasch nach Einführung des biometrischen Visums mit deutlichen Buchungsrückgängen. Das wird auch die lokale Hotellerie hart treffen, in der 2014 jede siebte Logiernacht auf einen chinesischen Gast fiel.

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