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Anschuldigungen
Schindler-Chef rechnet mit kleinem Schaden in China

Rolltreppe von Schindler: «Anschuldigungen nehmen wir sehr ernst.» Keystone

Der Lift- und Rolltreppen-Hersteller ist in China ins Visier der Behörden geraten. Konzern-Chef Silvio Napoli zeigt sich betroffen. Einen grossen finanziellen Schaden erwartet er aber nicht.

Veröffentlicht am 25.09.2015

Der Lifthersteller Schindler rechnet bei den Veruntreuungs-Vorwürfen in China zwar nicht mit einem grossen Schaden. Dennoch zeigt sich der Konzernchef in einem Interview betroffen.

Es handle sich um einen seltenen Fall, sagte Schindler-Chef Silvio Napoli im Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Freitag. «Die Anschuldigungen machen uns sehr betroffen, und wir nehmen sie sehr ernst», sagte er. Zugleich betonte er, dass Schindler einen strengen internen Verhaltenskodex führe.

Unterschlagung und Bestechung

Er rechnet nicht mit einem grossen finanziellen Schaden. «Der Schaden ist bereits entstanden und damit in den Finanzzahlen enthalten», sagte er. «Da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, können wir den Schaden nicht genau beziffern, aber wir gehen davon aus, dass die durch die Mitarbeiter veruntreuten Geldsummen für den Konzern nicht materiell sein dürfen.»

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass zwei Führungskräfte in China vernommen werden. Einzelheiten sind nicht bekannt. Gemäss Schindler könnte ein Zusammenhang bestehen mit der Untersuchungen bei der chinesischen Verkaufsorganisation. Dort geht es um Unterschlagung zu Lasten des Konzerns und möglicherweise um Bestechung.

Aktien wieder gesucht

Unterdessen erholen sich die Anleger von ihrem Schock. Der Aktienkurs jedenfalls stand am Freitagmittag wieder um mehr als 3,6 Prozent im Plus, nachdem er gestern um 6,8 Prozent eingebüsst hatte.

Helvea-Analyst Patrick Appenzeller erachtet diese Kursreaktion als übertrieben und spricht von einer sich auftuenden Kaufgelegenheit. Seine Zuversicht zieht er einerseits aus dem Umstand, dass kein Konzernleitungsmitglied von den Untersuchungen betroffen ist. Er gehe zudem davon aus, dass Untersuchungen dieser Art in China «mehrmals täglich» geschehen.

(sda/dbe/ama)

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