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Schläge und Morddrohungen: Vorwürfe gegen Siemens

Dem Technologiekonzern Siemens droht in den USA ein Skandal. (Bild: Keystone)

Siemens droht in den USA ein neuer Skandal: Weil ein argentinischer Regierungsbeamte korrupte Machenschaften des Technologiekonzerns publik machen wollte, soll dieser unter anderem mit Morddrohungen e

Veröffentlicht am 14.09.2012

Siemens sieht sich in den USA einer Klage gegenüber, in der es um Misshandlungen und Morddrohungen geht.

Ein ehemaliger argentinischer Regierungsbeamte wirft dem deutschen Konzern vor, ihm einen Schlägertrupp auf den Hals gehetzt zu haben, als er im Jahr 2000 korrupte Machenschaften bei einem einer Milliarde US-Dollar schweren Staatsauftrag öffentlich machen wollte. Siemens war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Kläger ist Carlos Moran. Laut der bereits am Mittwoch beim Bezirksgericht von Miami eingereichten Klage arbeitete er für die argentinische Kontrollbehörde Sigen. Er habe zahlreiche Unregelmässigkeiten in dem Siemens-Angebot für fälschungssichere Pässe entdeckt und dies seinem Chef gemeldet.

Der Chef sei jedoch ebenfalls von Siemens bestochen worden und habe Morans Einwürfe ignoriert. Moran habe daraufhin gedroht, seine Entdeckungen öffentlich zu machen. Sein Chef und die argentinische Landesgesellschaft von Siemens hätten versucht, dies zu verhindern.

Mit Waffe geschlagen

Moran sei mit vorgehaltener Waffe überfallen und geschlagen, von der Strasse abgedrängt, verfolgt und am Telefon belästigt worden. Ihm sei mit Entführung gedroht worden und damit, sein Haus anzuzünden, heisst es in der Klage. Seine ganze Familie leide schwer unter der Situation. Sein Sohn habe das Stottern angefangen und befinde sich bis heute in Therapie. Moran verlangt mindestens 100 Millionen Dollar (77 Mio Euro) an Wiedergutmachung und Strafe von Siemens.

Moran hofft, den Fall vor einem US-Gericht durchzubringen, weil Siemens an der New Yorker Börse notiert ist und rund 60'000 Leute im Land beschäftigt. Siemens war von der US-Justiz und der Börsenaufsicht SEC in der Schmiergeld-Affäre hart angegangen worden. Der argentinische Staatsauftrag für Pässe war einer der prominentesten Einzelfälle in dem Skandal.

Die USA hatten erst im Dezember vergangenen Jahres acht ehemalige Siemens-Manager deswegen angeklagt, darunter einen Ex-Vorstand.

(muv/jev/awp)

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