Das Geschäftsjahr 2009 war kein einfaches Jahr für die weltweit in der Fördertechnik, Logistik und Automation tätige Interroll-Gruppe. Der Nettoumsatz reduzierte sich im Vergleich zum erfolgreichen Vorjahr um 34,6% auf insgesamt 234 Mio Fr. Noch stärker verkleinerte sich das Betriebsergebnis (Ebit), welches für 2009 mit 3,1 Mio Fr. ausgewiesen wird gegenüber 43,4 Mio im Jahr 2008. Der Reingewinn erreichte noch 5,7 (33,8) Mio Fr. Gründe für diesen Rückgang sind in der weltweiten Rezession und dem damit verbundenen Nachfragerückgang zu suchen, von dem auch Interroll nicht verschont blieb. Dem rezessiven Szenario begegnete die Unternehmensgruppe im Berichtsjahr jedoch mit einer schlanken Kostenstruktur; zudem wurden die strategischen Projekte konsequent fortgesetzt.

Trotz äusserst anspruchsvollem Marktumfeld und zunehmendem Preisdruck konnte die Bruttomarge (Umsatz nach Abzug Material, in Prozent des Umsatzes) jedoch mit 57,8% weitgehend auf dem Vorjahresniveau gehalten werden (2008: 58,8 %). Zur Entlastung der Kostensituation konnte Interroll auf der Beschaffungsseite mit strategisch wichtigen Bestandeslieferanten neue Bedingungen aushandeln

Wirtschaftskrise hat Folgen

Ausgedrückt in lokaler Währung reduzierte sich der Umsatz der Sparte Komponenten im Geschäftsjahr 2009 um 25,6%. In konsolidierter Währung betrug der Umsatz 157,9 (2237) Mio. Fr. Der Umsatzrückgang der Sparte Komponenten als Folge der globalen Wirtschaftsmalaise wirkte sich in bereits etablierten Märkten ziemlich gleichmässig aus. In neuen Märkten wie Indien, Japan und Brasilien entwickelte sich der Umsatz hingegen positiv. Unangetastet blieben im Berichtsjahr die Investitionen in strategische Projekte für langfristiges Wachstum wie der Ausbau des Kompetenzzentrums für Förderrollen und RollerDrives am Standort Wermelskirchen (D) oder die Förderung innovativer Produkte.

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Der Umsatz der stärker projektabhängigen Sparte Subsysteme verzeichnete 2009 in lokaler Währung einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 40,3%. In Berichtswährung belief sich der Umsatz auf 76,1 (134,2) Mio Fr. Darin widerspiegelt sich eine unerwartet hohe Zahl aufgrund ungesicherter Finanzierung bis auf Weiteres ausgesetzter oder gar gestoppter Projekte. Nichtsdestotrotz konnte Interroll auch in diesem Bereich dank der stabilen Finanzgrundlage die strategischen Projekte weiterverfolgen, wie etwa Investitionen in die Produktinnovation.

Interroll verfügt über eine solide Finanzbasis. Die Bilanzsumme belief sich am Ende des Berichtsjahres auf 215,7 (236,8) Mio Fr. Die Eigenkapitalquote stieg im Jahresvergleich von 55,2% auf 61,7%. Die für die Zukunft getätigten Investitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 22,9 Mio Fr. Sie flossen vor allem in die planmässig weitergeführten strategischen Projekte und Bereiche wie die geografische Expansion des Interroll-Netzwerks, Produkteinnovation oder auch die Einführung des neuen ERP-Systems. Damit unterstreicht Interroll die Ausrichtung auf eine Strategie des langfristigen Wachstums. Die Nettoverschuldung beläuft sich per Ende 2009 auf 4,2 Mio. Fr.

Positiver Ausblick

Interroll erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein weiterhin schwieriges und herausforderndes wirtschaftliches Umfeld. Eine leichte Erholung dürfte sich nach Ansicht von Konzernchef Paul Zumbühl frühestens im 2. Semester 2010 anbahnen.

Dank der finanziellen Stabilität des Unternehmens kann allerdings am eingeschlagenen Kurs festgehalten werden; dieser umfasst die strategischen Projekte wie Innovationen, die Stärkung des globalen Netzwerkes und die Implementierung des neuen ERP-Systems. Dies entspricht der langfristigen Wachstumsstrategie und schafft die Voraussetzungen, um rasch und überdurchschnittlich von neuen Opportunitäten in einer sich normalisierenden Konjunktur zu profitieren.

Wie in den vergangenen Jahren verfolgt Interroll zudem weiter eine konsequente Kostendisziplin und schafft neue Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität in allen Tätigkeitsbereichen.