Schweizer Unternehmen zahlen Rechnungen alles andere als pünktlich. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sind gemäss des Wirtschaftsinformationsdienstes Dun & Bradstreet (D&B) durchschnittlich 44 Prozent der Rechnungen nach der gesetzten Frist bezahlt worden.

Firmen der Chemie- und Pharmabranche zahlten gar über drei Viertel der Forderungen zu spät, wie eine Auswertung von über 20 Millionen Rechnungen durch D&B zeigte. Holding- und Investmentgesellschaften beglichen demnach rund 65 Prozent der Fakturen verspätet, Gastgewerbebetriebe 57 Prozent und Baufirmen 56 Prozent.

Die Gründe für die Verspätung sind allerdings unterschiedlich. So gebe es in der Chemie- und Pharmabranchen sowie bei Holdinggesellschaften oft ein professionelles Liquiditätsmanagement. Bei diesem werden eigene Forderungen möglichst schnell gestellt und Rechnungen möglichst spät beglichen, mutmasst D&B.

Im Gastgewerbe und in der Baubranche mangle es dagegen oft an der Liquidität für raschere Überweisungen.

Das zeigt sich auch darin, mit wie viel Verzug die Zahlungen getätigt werden. So beträgt die durchschnittliche Frist der zu spät bezahlten Rechnungen in der Chemie- und Pharmabranche 8,9 Tage. Bei Holdinggesellschaften ist sie mit 7,6 Tagen sogar noch kleiner. Bei Baufirmen betrug der Durchschnittsverzug fast 13 Tage, im Gastgewerbe fast 14 Tage.

Die beste Zahlungsmoral aller Branchen zeigen die Personalvermittler und Detailhändler. Sie zahlten gemäss der Erhebung von D&B nur 28 respektive knapp 30 Prozent der Rechnungen mit Verzug. Auch Grosshandelsunternehmen und in der Textilbranche tätige Firmen erledigten rund 6 von 10 Rechnungen pünktlich.

(jev/rcv/sda)

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