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Schlecker-Aus besiegelt

Schlecker: Nach 37 Jahren definitiv am Ende. (Bild: Keystone)

Nach dem Ausschuss der Geldgeber, Lieferanten und Arbeitnehmer, haben jetzt auch die Gläubiger der definitiven Zerschlagung der bankrotten Drogerie-Kette Schlecker zugestimmt.

Veröffentlicht am 05.06.2012

Nach 37 Jahren haucht die ehemals grösste deutsche Drogeriemarkt-Kette Schlecker in den kommenden Wochen endgültig ihr Leben aus. Die Versammlung aller Gläubiger votierte am Dienstag - wie bereits der Ausschuss der wichtigsten Geldgeber und Lieferanten sowie der Arbeitnehmer - für die Zerschlagung des bankrotten Konzerns mit zuletzt noch gut 13'800 Beschäftigten.

 

Dies teilte der Insolvenzverwalter nach dem Treffen am Dienstag mit. Die Tochterunternehmen würden nun verkauft und die Immobilien veräussert. Nach dem zum Wochenende startenden Ausverkauf in den noch rund 3200 Filialen zwischen Flensburg und Rosenheim wird der Insolvenzverwalter den verbliebenen Mitarbeitern Ende Juni die Kündigungen ins Haus schicken.

Bereits im Frühjahr waren rund 10'000 Schlecker-Beschäftigte vor die Tür gesetzt worden, um die Verluste zu drücken. Trotz monatelanger Suche fand sich am Ende aber kein Investor, an den die Gläubiger glaubten und denen Schlecker derzeit rund 665 Millionen Euro schuldet.

Der weitere Betrieb von Schlecker sei angesichts der laufenden Verluste nicht mehr vertretbar, bekräftigte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Die Angebote der Investoren hätten alle unter dem Zerschlagungswert gelegen.

Der Verkauf der Töchter IhrPlatz und Schlecker XL hing am Dienstag weiter in der Schwebe, da Einwände erhoben worden sind und mit dem Finanzinvestor noch über finanzielle Details verhandelt werden muss. Auch das Insolvenzgericht müsste noch grünes Licht geben, damit die gut 5000 Beschäftigten der Schlecker-Töchter in mehr als 800 Filialen aufatmen können.

(rcv/sda)

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