Dayli, in Österreich die Nachfolgegesellschaft der konkursiten deutschen Drogeriekette Schlecker, muss schliessen. Bis heute hatte sich kein Investor für das insolvente Unternehmen gefunden. Gläubigerausschuss und Gericht bewilligten daraufhin die vom Insolvenzverwalter beantragte Schliessung, wie der Insolvenzverwalter mitteilte.

Betroffen vom Ende der Drogeriemarktkette sind die 522 österreichischen Filialen und das Lager im niederösterreichischen Pöchlarn mit rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Filialen in Luxemburg und Belgien bleiben laut dem Insolvenzverwalter vorerst noch offen. Auch die Zentralverwaltung im oberösterreichischen Pucking samt Bezirksleitungen werde noch benötigt.

Mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens sollten nach Plänen des Ex-Dayli-Chefs Rudolf Haberleitner ursprünglich auch Hunderte ehemalige Schlecker-Filialen in Deutschland wiederbelebt werden.

Juristische Schrittenicht undenkbar

Dayli-Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner zeigte sich über die glücklose Investorensuche heute nun «frustriert». Bis zur letzten Minute seien Gespräche geführt worden, aber nichts Konkretes sei dabei herausgekommen. Es gebe auch keine grosse Hoffnung, dass ein Investor das Unternehmen aus dem Konkurs herauskaufen werde, stellte Mitterlehner fest.

«Es wurden Investoren im gesamten deutschen Sprachraum gesucht, auch in der Schweiz waren einige dabei», sagte Martin Zieger, jetziger Inhaber der Dayli-Anteile von Haberleitner und Verwaltungsrat der Gaydoul-Gruppe auf Anfrage der «Handelszeitung». Diese hätten sich jedoch wieder zurückgezogen, «weil sie mit der Person Haberleitner nicht in Verbindung gebracht werden wollten».

Haberleitner hatte mehrfach angekündigt, Verträge mit Investoren würden demnächst unterzeichnet. «Ein Urteil, wie verantwortungsvoll dieses Vorgehen war, steht mir nicht zu», sagte Zieger nun. Juristische Schritte gegen Haberleitner seien aber nicht undenkbar.

500 Schweizer Standorte angekündigt

Noch im Juli hatte Haberleitner trotz des bereits eröffneten Insolvenzverfahrens Schweiz-Pläne bestätigt: «In der Schweiz starten wir sicher, daran besteht kein Zweifel», sagte er der «Handelszeitung». Statt wie zuvor geplant 2013 sollte es nun 2014 werden.

«Es wurden mir bereits 80 Standorte angeboten», so der CEO. Er befinde sich dazu mit namhaften Schweizer Detailhändlern in Gesprächen. Bis 2016 wolle er hierzulande 500 Standorte mit einem Umsatz von 240 Millionen Franken etablieren.

Dayli war seit Ende Juli 2012 die Nachfolgerin von Schlecker Österreich, einer 100-prozentigen Tochter des insolventen deutschen Schlecker-Konzerns.

(tno/vst/sda)

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