«Die schlimmste Zeit ist wohl vorbei»: Thomas Hohl, Geschäftsleiter der Migros Pensionskasse MPK, blickt zuversichtlich in die Zukunft. Dieser Stimmungswandel ist überraschend, waren doch von den Schweizer Vorsorgewerken der 2. Säule im Frühjahr nur Hiobsbotschaften zu vernehmen. Hohl steht mit seinem Ausblick nicht allein da. Wie Recherchen der «Handelszeitung» bei acht der grössten Schweizer Vorsorgeeinrichtungen mit insgesamt über 400000 Destinatären zeigen, kommen die PK-Manager aus der Defensive: Ein Grossteil der Kassen hat begonnen, die Aktienquote und damit auch die Anlagerisiken teils deutlich zu erhöhen. «Die Voraussetzung für ein Untergewicht bei Aktien ist nicht mehr gegeben», sagt etwa Susanne Haury von Siebenthal, Leiterin Asset Management bei der Pensionskasse des Bundes Publica. Das Vorsorgewerk der UBS, das mit einem Deckungsgrad von 116,4% sehr gut dasteht, hat seine Aktienquote zwischen Ende letzten März und Ende Juni gar von 26,3 auf 32,2% gesteigert.

Derweil schreiten auch die Sanierungspläne zügig voran. «Die Kassen haben rechtzeitig reagiert und die notwendigen Massnahmen ergriffen», sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Verbands der Schweizer Pensionskassen Asip. Massnahmen planen die PK Post, die comPlan, der auch Swisscom angehört, sowie die CPV CAP der Coop-Gruppe. Sie alle befinden sich zurzeit in Unterdeckung. Der umstrittene Sanierungsplan der PK SBB wird sich auf den Herbst verzögern.