Die Optimierung der Wertschöpfung in der industriellen Produktion ist nicht einfach betriebswirtschaftlich wünschenswert, sondern ein zwingendes Erfordernis, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das gilt auch für Unternehmen aus dem Life-Science-Sektor, die pharmakologische, biotechnische oder medizinaltechnische Erzeugnisse herstellen. Diese sehen sich darüber hinaus mit hohen Qualitätsanforderungen konfrontiert, die keine Kompromisse zulassen.

Wichtige Faktoren

Produktionseffizienz resultiert aus verschiedenen Faktoren, von denen jeder für sich Effizienzpotenzial beinhaltet, die aber in einem engen Zusammenhang stehen. Die Planung eines Gebäudes für die industrielle Produktion muss sie in ihrer Gesamtheit berücksichtigen und in einem stringenten Konzept zur Umsetzung bringen. Diese Effizienzfaktoren sind Planung, Integration, Automatisierung und Reinraum.

Effizienzfaktor Planung Der moderne Industriebau wird von innen nach aussen geplant. Den Ausgangspunkt bilden nicht architektonische oder gebäudetechnische Aspekte, sondern die betrieblichen Abläufe und die Produktionsprozesse. In einem Masterplan werden die Nutzungs- und Erschliessungsmöglichkeiten des Areals dargestellt, die Betriebsabläufe definiert und auf dieser Basis die Produktionsanlagen konfiguriert. Ein branchen- und produktspezifisches Prozessdiagramm bildet die Grundlage für die Betriebsplanung, in der die konkreten Spezifikationen für die Realisierung festgelegt werden. Diese Methodik zielt von vornherein darauf ab, den höchstmöglichen Wirtschaftlichkeitsgrad in der Produktion zu erreichen.

Anzeige

Effizienzfaktor Integration Bis vor kurzem galt Outsourcing von nicht zu den Kernkompetenzen eines Unternehmens zählenden Bereichen als betriebswirtschaftlich sinnvolle Massnahme. Heute holen sich viele Produktionsbetriebe wieder mehr Wertschöpfung ins Haus, indem sie vor- und nachgelagerte Prozesse integrieren. In Frage kommen die Verarbeitung von Halbfertigprodukten, Montagevorgänge von Hardware-Teilen – zum Beispiel für Produkte der Selbstmedikation – oder Abfüll- und Verpackungslinien. Die Prozessintegration setzt allerdings bei der Bauplanung die entsprechenden fachspezifischen Kompetenzen voraus. Der Planer muss als Generalist denken und einen klar interdisziplinären Ansatz verfolgen. Effizienzfaktor Automatisierung In der Logistik steckt Effizienzpotenzial. Ein intelligentes Konzept für die Materialbewirtschaftung bringt beträchtliche Kosteneinsparungen. Dabei spielt die Steuerung eine Schlüsselrolle. Das Prinzip der bewegungsgeführten Materialwirtschaft gewährleistet die Rückverfolgbarkeit der Produktion und wirkt sich letztlich Ertrag steigernd aus. Es bringt eine Reduktion der Fehlerquoten und Rüstzeiten und beschleunigt den Materialdurchlauf.

Effizienzfaktor Reinraum Die Realisation einer sauberen Produktion gemäss Branchenstandards muss von einem ganzheitlichen Ansatz ausgehen. Besondere Knacknüsse sind die Anpassung der betrieblichen Ablauforganisation, die reinraumgerechte, auf einem Zonenkonzept basierende Lenkung der Material- und Personenflüsse oder die Belüftung und Klimatisierung. Bei sensiblen Produktionsprozessen kann sich beispielsweise auch die Raumkühlung als kritischer Faktor erweisen. Nur wenn die Reinraumplanung all diesen Faktoren Rechnung trägt, ist eine wirtschaftliche Produktion unter Reinraumbedingungen möglich.

Branchenübergreifend

Produktionseffizienz beginnt bei der Bauplanung. Und eine effiziente Bauplanung basiert auf Methoden und Tools, die branchenübergreifend zum Einsatz kommen können. Der Transfer von Vorgehensmodellen führt nicht nur zu besseren, sondern auch zu wirtschaftlicheren Lösungen für die industrielle Produktion, die sich in entsprechend kürzerer Zeit amortisieren.