In Turin kommt es am 12. Mai zu einer Vorverhandlung für einen möglichen zweiten Asbest-Prozess gegen Stephan Schmidheiny. Geleitet wird die Anhörung von der Richterin Federica Bompieri.

Den Gerichtstermin vermeldeten am Samstag die italienischen Nachrichtenagenturen Adn Kronos und Ansa. Die Staatsanwälte Raffaele Guariniello und Gianfranco Colace hatten eine Wiederaufnahme des Prozesses gegen den Schweizer Milliardär gefordert.

Vorwurf: Tötung von 258 Personen

Sie beschuldigen Schmidheiny jetzt der vorsätzlichen Tötung von 258 Personen in besonders schweren Fällen in Regionen, wo sich Asbest-Fabriken der Eternit (Italia) S.p.a. befanden. Deren Hauptaktionär war bis 1986 Schmidheiny.

Das Oberste Gericht Italiens hatte Schmidheiny im November vergangenen Jahres in letzter Instanz wegen Verjährung freigesprochen. Das Delikt habe 1986 geendet, begründeten die Richter das Urteil in Rom. In diesem Prozess war es um den Vorwurf der vorsätzlichen Verursachung einer andauernden Umweltkatastrophe gegangen.

(sda/tno)