Im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre bei Media Markt ist der Deutschlandchef des Elektronikhändlers verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg bestätigte die Verhaftung des Managers in Norddeutschland. Der Deutschlandchef, der seinen Hauptwohnsitz bei Hamburg hat, sei «unterwegs» aufgegriffen worden. Er sei nicht auf der Flucht gewesen.

Nach Aussagen weiterer Verdächtiger bestehe inzwischen «dringender Tatverdacht» gegen den Mann, sagte der Augsburger Staatsanwalt Christian Engelsberger. Er werde der gewerbsmässigen Bestechlichkeit in 70 Fällen beschuldigt. Media Markt hatte den Deutschlandchef bereits Ende Oktober suspendiert.

Provisionszahlungen für Präsenz im Laden

Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt insgesamt gegen 19 Personen. Hintergrund sind dubiose Provisionszahlungen für Breitband-Internetanschlüsse. Anbieter von DSL-Verträgen sollen Verantwortlichen von Media-Saturn insgesamt 3,5 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt haben, um im Gegenzug ihre Produkte in den Märkten der Kette verkaufen zu dürfen.

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Erst im Oktober waren fünf Personen im Zuge der Ermittlungen verhaftet worden. Dabei hatte es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um einen für Süddeutschland zuständigen Media-Markt-Manager, dessen Ehefrau und drei Geschäftspartner gehandelt.

Bereits im Juli waren Polizisten ausgerückt und hatten Büros und Wohnungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden dabei Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Media Markt gehört zum deutschen Handelskonzern Metro und verfügt über diverse Filialen in der Schweiz.

(vst/sda)