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Machtkampf
Schmolz + Bickenbach: 330 Millionen gegen die Verschuldung

Sitz von Schmolz und Bickenbach in Emmenbrücke: Der Machtkampf geht weiter. (Bild: Keystone)

Der Verwaltungsrat des Stahlkonzerns will mit der Kapitalerhöhung deutlich weniger einnehmen als vom deutschen Hauptaktionär gefordert – auch als Votum gegen Investor Viktor Vekselberg.

Veröffentlicht am 05.06.2013

Der deutsch-schweizerische Stahlkonzern Schmolz + Bickenbach will mit einer Kapitalerhöhung die hohe Verschuldung abbauen. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 28. Juni die Ausgabe von bis zu 472,5 Millionen Aktien vor, wie das Unternehmen mitteilte.

Damit sollen Schmolz + Bickenbach brutto 330 Millionen Franken zufliessen . Ein Bankensyndikat bestehend aus BNP Paribas, Commerzbank und Credit Suisse habe sich verpflichtet, sämtliche neuen Aktien zu zeichnen und den bisherigen Aktionären anzubieten.

Aktionäre zu stark belastet

Die zweitgrösste Aktionärin, die Gebuka AG, unterstütze die Kapitalerhöhung. Der Hauptaktionär, die Düsseldorfer Schmolz + Bickenbach KG, will das Kapital dagegen um gut 430 Millionen Franken erhöhen. Der Verwaltungsrat lehnt dies ab, weil die bestehenden Aktionäre dadurch zu stark belastet würden.

In den unterschiedlichen Vorstellungen über das Ausmass der Kapitalerhöhung kommt ein Machtkampf zum Ausdruck. Der Hauptaktionär will über die Kapitalerhöhung die Investmentfirma Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg ins Boot holen. Der Verwaltungsrat schlägt den Einstieg von anderen Grossaktionären vor, die von der Familiengesellschaft jedoch abgelehnt werden.

(rcv/tke/reuters)

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