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Übernahme
Schmolz + Bickenbach: Konflikt droht zu eskalieren

Hauptsitz von Schmolz+Bickenbach in Emmenbrücke. (Bild: Keystone)

Der mit Viktor Vekselberg zusammenspannende Hauptaktionär fordert eine ausserordentliche Generalversammlung - dabei sollen drei Verwaltungsräte abgewählt und durch eigene Kandidaten ersetzt werden.

Veröffentlicht am 25.04.2013

Beim hochverschuldeten Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach (S+B) zeichnet sich eine weitere Verschärfung des Konfliktes zwischen Verwaltungsrat und Hauptaktionär ab. Die Düsseldorfer Schmolz+Bickenbach GmbH & CO. KG (S+B KG), welche einen Anteil von 40,46 Prozent am Schweizer Konzern hält, fordert nun die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung, um vier eigene Vertreter in den Verwaltungsrat von S+B wählen zu lassen.

«Im Interesse des Werterhalts unseres Anteils.....werden wir mit vier eigenen Vertretern im Verwaltungsrat dafür Sorge tragen, das Unternehmen in einen Prozess zu bringen, der alle Aktionäre bei der geplanten Kapitalerhöhung gleich behandelt, womit die Gesellschaft endlich schnell und nachhaltig wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht werden kan», lässt sich Oliver Thum, Geschäftsführer von S+B KG, in einer Mitteilung vom Donnerstagabend zitieren. Man habe ein Restrukturierungskonzept vorgelegt, das der S+B neues Kapital in einem Umfang zur Verfügung stelle, welches für die Zukunftssicherung benötigt werde.

Wie einer Mitteilung vom Schweizer Konzern zu entnehmen ist, die kurz nach der Mitteilung von S+B KG verschickt wurde, hat der Verwaltungsrat vom Aktionärsbegehren Kenntnis genommen. Gemäss VR beantragt S+B KG, die amtierenden Verwaltungsräte Hans-Peter Zehnder, Helmut Burmester und Alexander von Tippelskirch abzuwählen und die vier Kandidaten Carl Michael Eichler, Oliver Thum, Heinz Schumacher und Roger Schaack neu in das Gremium zu wählen. Man werde Antrag und Begehren prüfen und zur gegebenen Zeit dazu Stellung nehmen, so der S+B-Verwaltungsrat weiter. Ausserdem hat er das neue Datum für die vor kurzem verschobene ordentliche Generalversammlung von S+B bekannt gegeben: Es ist der 28. Juni 2013.

Angespannte Finanzlage

Die finanzielle Situation des Konzerns wird zwischen den beiden Parteien offenbar unterschiedlich eingestuft. S+B KG, welche mit dem russischen Oligarch Viktor Vekselberg zusammenspannt, hatte zuletzt einen Finanzbedarf bei S+B von 350 Millionen Franken genannt. Ausserdem wurde die Finanzlage als angespannt bezeichnet, so dass Eile geboten sei.

S+B-VRP Hans-Peter Zehnder meinte hingegen am letzten Wochenende in der Sonntagspresse, die finanzielle Situation des Konzerns sei zwar «unbefriedigend, aber nicht desolat». Kreditlinien und Barmittel von 270 Millionen Franken stünden einer Schuldenlast von 820 Millionen Franken gegenüber. Man befinde sich derzeit in Gesprächen mit einer engeren Auswahl von Investoren, darunter befänden sich Finanz- und industrielle Investoren, auch aus der Schweiz, so Zehnder.

(rcv/awp)

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