Der Stahlproduzent Schmolz+Bickenbach bekommt im ersten Halbjahr 2012 die Schuldenkrise zu spüren: Schrieb das Unternehmen im Gesamtjahr 2011 noch so gute Zahlen wie seit Boom-Zeiten nicht mehr, sind nun Umsatz- und Gewinnzahlen stark eingebrochen.

Der Umsatz ging um 5,4 Prozent auf rund 1,975 Milliarden Euro zurück, wie Schmolz+Bickenbach mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) reduzierte sich um 53,6 Prozent auf 66,3 Millionen Euro und das Konzernergebnis lag sogar um 74,2 Prozent tiefer bei 18 Millionen Euro.

Die Nachfrage habe sich im Verlauf des Halbjahres eingetrübt. Vor allem aus der französischen und italienischen Autobranche kamen weniger Bestellungen. Im Hauptabsatzmarkt Deutschland war die Nachfrage zwar besser, doch verschärfte sich die Situation durch neue Konkurrenz.

Für das Gesamtjahr rechnet Schmolz+Bickenbach mit weniger Umsatz. Entsprechend hat das Unternehmen weitere Restrukturierungsmassnahmen geplant. In Deutschland werden beispielsweise Temporär-Mitarbeiter nicht weiter beschäftigt, Stellen dauerhaft abgebaut und die Arbeitszeit gesenkt.

Bereits im Juni hatte Schmolz+Bickenbach auch den Konzernchef und den Finanzchef ausgewechselt. Die Suche nach Nachfolgern laufe planmässig, heisst es in der Mitteilung.

(rcv/muv/sda)

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