Die Generalversammlung des stark verschuldeten Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach wird verschoben. Der Verwaltungsrat verschafft sich so Zeit, um «strategische Optionen» zu prüfen, wie es am Morgen hiess.

Schmolz + Bickenbach hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 157,9 Millionen Euro geschrieben, weil die lahmende Konjunktur in Europa dem Unternehmen mit schweizerischen und deutschen Wurzeln einen Umsatzrückgang bescherte. Zudem lasteten Abschreibungen und Restrukturierungskosten auf dem Ergebnis.

Wegen des schlechten Geschäftsgangs bekam der Konzern mit Sitz in Emmenbrücke auch Mühe, die Kreditbedingungen einhalten zu können. Schmolz + Bickenbach konnte sich mit den kreditgebenden Banken aber Anfang März auf eine Anpassung der Kreditvereinbarungen einigen. Damit hat der Verwaltungsrat wieder Luft bekommen, um sich um die Schulden des Unternehmens zu kümmern.

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Juni statt April

Der seit Februar als Konzernchef tätige Johannes Nonn sagte an der Bilanzmedienkonferenz des Unternehmens vor gut zwei Wochen, Hauptziel der kommenden Jahre sei eine für das schwankungsanfällige Stahlgeschäft stabilere Kapitalsituation. Heute hiess es nun, die Vorbereitungen und Verhandlungen für Massnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis liefen.

Da die Umsetzung der Massnahmen möglicherweise Beschlüsse der Generalversammlung verlangt, werde mit der Verschiebung der Generalversammlung die bestmögliche Voraussetzung für deren rasche Realisierung geschaffen, teilte Schmolz + Bickenbach mit.

Wann genau im Juni die Generalversammlung stattfindet, wird später festgelegt. Ursprünglich war sie auf den 18. April angesetzt gewesen.

(tno/aho/sda)