1. Home
  2. Unternehmen
  3. Schmolz + Bickenbach spricht von Obstruktion

Machtkampf
Schmolz + Bickenbach spricht von Obstruktion

Glühend und heiss: Die Stimmung bei S+B ist siet Freitag angespannt. (Bild: Keystone)

Seit der Generalversammlung vom letzten Freitag tobt rund um den Schweizer Stahlkocher ein Schlagabtausch. Jetzt wehrt sich der Verwaltungsrat gegen den Angriff der Erben der Gründer.

Veröffentlicht am 01.07.2013

Der Verwaltungsrat des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach hat die Registersperre und das angekündigte Übernahmeangebot der Renova als nicht akzeptable Obstruktion bezeichnet. Dem Unternehmen und den Aktionären werde dadurch erheblicher Schaden zugefügt, heisst es in einer Mitteilung.

Der Machtkampf bei Schmolz+Bickenbach (S+B) zwischen dem Verwaltungsrat auf der einen Seite und den Erben der S+B-Gründer (Schmolz+Bickenbach KG) und der Renova des russischen Investors Victor Vekselberg auf der anderen Seite hat sich in den letzten Tagen weiter verschärft.

Unmittelbar nach der Generalversammlung vom Freitag erwirkte die S+B KG eine Handelsregistersperre für die an der Generalversammlung beschlossene Kapitalerhöhung. Zudem verkaufte die KG am Freitag einen Anteil von 20,5 Prozent am Stahlkonzern an Renova.

Der Verwaltungsrat sei über die Veränderung im Aktionariat weder von der KG noch der Renova offiziell informiert worden, heisst es in der neusten Mitteilung. Nachdem Renova bereits angekündigt habe, dass sie weder an einer vollständigen noch einer mehrheitlichen Übernahme interessiert sei, gelte es im Rahmen des bevorstehenden Übernahmeangebots die Interessen der unabhängigen Aktionäre zu schützen. Der Verwaltungsrat werde zum Übernahmeangebot Stellung nehmen, wenn dieses definitiv vorliege.

Der S+B-Verwaltungsrat betonte erneut, dass das Unternehmen die an der GV beschlossene Kapitalerhöhung um 330 Millionen Franken zwingend brauche. Für den Schaden aus der Eintragungssperre will er die KG und Renova vollumfänglich haftbar machen. Die Kapitalerhöhung müsse gemäss schweizerischem Obligationenrecht innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden. Der Verwaltungsrat will nach eigenen Angaben alles unternehmen, damit diese Sperre so rasch als möglich aufgehoben wird.

(tke/aho/sda)

Anzeige