Der Spezialstahlkonzern Schmolz+Bickenbach ist im Geschäftsjahr 2014 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Absatz und Umsatz stiegen an und ein geringere Finanzaufwand stützte den Gewinn. Der Ausblick bleibt verhalten und eine Dividende wird erneut nicht gezahlt.

Während die Absatzmengen um 3,9 Prozent zulegten, stieg der Umsatz um 1,9 Prozent auf 3338,4 Millionen Euro. Erwartungsgemäss verbesserten sich die Gewinnzahlen. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda wies ein Plus von 46 Prozent auf 261,7 Millionen aus, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Ebit wuchs auf 130,6 Millionen von 17,8 Millionen im Vorjahr. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 50,0 Millionen nach noch einem Verlust in Höhe von 83,7 Millionen im Vorjahr.

Keine Dividende

Wie schon in den beiden Vorjahren wird auf eine Dividendenausschüttung verzichtet. Der Gewinn soll zur Stärkung der Bilanz sowie zur Schuldentilgung eingesetzt werden, heisst es in der Mitteilung. Zudem schlägt der Verwaltungsrat den Aktionären an der kommenden GV Johan Van de Steen zur Zuwahl vor. Er amtet seit 2014 für die Schmolz-Grossaktionärin Renova Management AG als Head of Portfolio.

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Mit den Zahlen hat der Stahlkonzern die Erwartungen der Analysten bei allen Kennzahlen übertroffen. Laut AWP-Konsens hatten sie im Durchschnitt einen Umsatz von 3,32 Milliarden Euro, einen Ebitda von 249,3 Millionen und einen Ebit von 125,7 Millionen prognostiziert. Beim Reinergebnis wurden 44,2 Millionen erwartet.

Tieferer Netto-Finanzaufwand

Als Gründe für die Ergebnisverbesserung wird neben hohen Absatz- und Preissteigerungen auch der bessere Netto-Finanzaufwand genannt, der sich um 54,5 Millionen Euro in etwa halbierte.

Für das laufende Geschäftsjahr 2015 sind die Erwartungen verhalten. Die Absatzmengen werden ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Aufgrund von Preisänderungen bei Legierungselementen schwankten die Umsatzerlöse teilweise sehr stark, heisst es weiter. Das Ergebnis der Gruppe wird im Gesamtjahr 2015 durch die im Januar 2015 erfolgte Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro belastet.

Die Mittelfristziele wurden bekräftigt. Ab dem Jahr 2016 will das Unternehmen über einen Wirtschaftszyklus ein bereinigtes Ebitda von mehr als 300 Millionen Euro und eine bereinigte Ebitda Marge von über 8 Prozent erreichen. Auch der Verschuldungsgrad soll sinken. Der bereinigte Ebitda Lederige soll nachhaltig auf einen Wert von unter dem 2,5-fachen zurückgeführt werden.

(awp/ise/ama)