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Machtkampf
Schmolz+Bickenbach: Kleinaktionäre formieren sich

Schmolz + Bickenbach: Kleinaktionäre formieren sich. (Bild: Keystone)

Die Kleinaktionäre von Schmolz + Bickenbach gehen in Frontstellung gegen Viktor Vekselbergs Investmentgesellschaft Renova.

Veröffentlicht am 13.06.2013

Im Machtkampf beim schweizerisch-deutschen Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach (S+B) machen die Kleinaktionäre Front gegen die Hauptaktionäre und die Investmentgesellschft Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg. Sie stellen sich hinter die Anträge des Verwaltungsrats.

Angesichts der Pläne des deutschen Haupt- und Gründeraktionärs S+B KG schlossen sich die Publikumsaktionäre in der «Vereinigung für eine unabhängige Schmolz+Bickenbach» zusammen, teilten sie in einem Communiqué mit. Co-Präsidenten sind drei ehemalige Kader der einstigen Swiss Steel. Die knapp 9000 Kleinaktionäre vereinigen den Angaben zufolge eine Stimmkraft von 20 Prozent auf sich.

An der Generalversammlung vom 28. Juni wollen sie diese Stimmkraft hinter die Anträge des Verwaltungsrats stellen und das Unternehmen gegen die «Machtansprüche» von S+B KG und der Investmentgesellschaft Renova von Vekselberg verteidigen.

Aktionäre möglichst wenig belasten

Dass S+B wegen der vom früheren Management verursachten Verschuldung eine Kapitalspritze brauche, sei unbestritten. Die Kapitalspritze müsse aber ein Optimum bringen und die Aktionäre möglichst wenig belasten. Darum stellt sich die Vereinigung hinter die vom Verwaltungsrat beantragte Kapitalerhöhung von 330 Millionen Franken.

Zur Sicherung des Unternehmens will die Vereinigung auch die Wahlvorschläge des Verwaltungsrats unterstützen. Die von der Hauptaktionärin und Renova verlangte Abwahl des bisherigen Verwaltungsrats Marc Feiler lehnt sie ab.

Andererseits unterstützt sie die vier von der Hauptaktionärin vorgeschlagene Kandidaten, so dass im Verwaltungsrat die Publikumsaktionäre durch fünf und die Gründeraktionäre durch vier Mitglieder vertreten wären.

Die Gründeraktionäre und Renova verlangen eine Kapitalerhöhung um über 430 Millionen Franken, was der Verwaltungsrat als zu hoch ablehnt. Ein erster Versuch des Gespanns, um S+B nach Erreichen der Beteiligungsschwelle von 33,3 Prozent ohne öffentliches Kaufangebot übernehmen zu können, scheiterte am Veto der Übernahmekommission.

(chb/sda)

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