Schmolz+Bickenbach kündigte bereits früher an, dass das vergangene Jahr nicht gut lief. Man spüre die Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftkrise stark, begründete der Spezialstahlkonzern aus Emmenbrücke in einer Gewinnwarnung. Der Umsatz nahm in der Berichtsperiode um 9,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro ab. Der Betriebgsewinn (Ebitda) vor Restrukturierung verminderte sich um 48,8 Prozent auf 151,8 Millionen, die entsprechende Marge beträgt damit noch 4,2 Prozent nach 7,5 Prozent im Vorjahr.

Auch der Ebit rutschte mit -13,8 Millionen (Vorjahr +179,6 Mio) in den roten Bereich. Das Unternehmen hatte in einer Gewinnwarnung angekündigt, dass vor Steuern ein Verlust resultieren werde. Unter dem Strich schliesslich blieb ein Minus von 157,9 Millionen nach einem Gewinn von 42,7 Millionen im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt.

Markt enttäuscht

Die ausgewiesenen Zahlen fielen damit insbesondere nach Berücksichtigung der Restrukturierungskosten noch schlechter aus als am Markt erwartet. Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 3,6 Milliarden, einen Ebitda von 155 Millionen und einen Ebit von 22 Millionen prognostiziert. Den Verlust sahen die Experten bei 68 Millionen.

Anzeige

Als Reaktion auf die unbefriedigende Absatz- und Ergebnisentwicklung seien 2012 neben der Fortführung des bestehenden Kostensenkungsprogramms bei einzelnen Gesellschaften umfangreiche Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet worden, die sich in Umsetzung befänden. Bei in 2012 ausgewiesenen Restrukturierungskosten von 29,3 Millionen erwartet die Gruppe künftige Kosteneinsparungen von insgesamt rund 35 Millionen, von denen rund zwei Drittel bereits in 2013 wirksam werden sollten, so die Mitteilung.

Eine Nachfrageerholung

Im laufenden erwartet das Management Absätze und Umsätze, welche auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Für das erste Quartal 2013 wird dabei ein Fortbestand der schwierigen Marktverhältnisse aus dem zweiten Halbjahr 2012 unterstellt. Erst ab dem zweiten Quartal 2013 rechnet die Gruppe mit einer Nachfrageerholung, die sich dann in der zweiten Jahreshälfte verstärken sollte.

Der Ebitda vor Restrukturierungsaufwand und Abschreibungen (Adjusted Ebitda) wird mindestens auf Höhe des Adjusted Ebitda des Vorjahres von 151,8 Millionen EUro prognostiziert. Dies setze voraus, dass die Prognosen über die konjunkturelle Entwicklung eintreten, das Rohmaterial- und das Währungskursniveau stabil blieben und keine sonstigen unerwarteten Ereignisse auftreten würden, welche die Geschäftstätigkeit negativ beeinflussen könnten. Den Investitionsbedarf sieht Schmolz, gekürzt um erwartete Investitionszuschüsse, bei rund 100 Millionen (2012: 141 Millionen).

Eigenkapitalmassnahmen

Keine konkreten Ankündigen macht Schmolz bezüglich Kapitalmassnahmen. Verwaltungsrat und Konzernleitung würden derzeit verschiedene strategische Optionen mit dem Ziel der Stärkung der Kapitalbasis und der Verbesserung der Bilanzstrukturen prüfen, werden frühere Aussagen wiederholt. Dazu gehören namentlich Eigenkapitalmassnahmen sowie andere geeignete Massnahmen zur nachhaltigen Reduzierung des Verschuldungsgrades.

Anzeige

(se/awp)