Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach hat im ersten Semester 2013 einen Umsatzrückgang um 12 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro verzeichnet. Der bereinigte Ebitda verminderte sich um 27,2 Prozent auf 96 Millionen, der Ebit nahm um 54 Prozent auf 30,4 Millionen ab.

Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 18,9 Millionen nach einem Gewinn vom 15,8 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilt. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wird bestätigt.

Niedriges Preisniveau

Der Absatz sank in der Berichtsperiode um 6,3 Prozent auf 1063 Kilotonnen. Dass die Umsatzerlöse stärker zurück gingen erklärt der Stahlkonzern mit tiefen Rohmaterialpreisen, die über Schrott- und Legierungszuschläge an die Kunden weitergegeben werden. Ein weiterer Faktor sei das weiterhin niedrige Preisniveau. Die Auftragseingänge lagen jedoch in allen Monaten über den Vorjahreswerten, weshalb im zweiten Quartal der Absatzrückgang deutlich tiefer ausfiel als noch im ersten Quartal, schreibt das Unternehmen.

Mit den vorgelegten Ergebnissen liegt der Stahlkonzern beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Beim Ebit und vor allem beim Reinergebnis wurden die Erwartungen hingegen verfehlt. Die Finanzexperten gingen laut dem AWP-Konsens von einem Umsatz von 1,77 Milliarden Euro, einem Ebit von 36,8 Millionen Euro und einem Reinverlust von 9,7 Millionen Euro aus. Schmolz+Bickenbach erklärt das stark negative Konzernergebnis mit hohen Finanzaufwendungen einschliesslich Einmalkosten.

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Weitere Sonderkosten bis 200 Millionen Euro

Für das Gesamtjahr rechnet der Stahlhersteller weiter mit einem Ebitda vor Sonderkosten zwischen 150 und 200 Millionen Euro und bekräftigt damit die Mitte Mai leicht nach oben angepasste Guidance. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal saisonbedingt angesichts der Werksferien in den Sommermonaten sowie der planmässigen Generalüberholungen in den Produktionsbetrieben am schwächsten sei, schreibt der Stahlkonzern. Schmolz+Bickenbach bestätigte zudem die mittelfristige Guidance, demnach soll bis 2016 ein Ebitda von mehr als 300 Millionen Euro bei einem Leverage von kleiner als 2,5 erreicht werden.

Zudem hat das Unternehmen seine Investitionen im Zusammenhang mit der «Buy-and-build-Investitionsstrategie» weitgehend abgeschlossen. Die Investitionen sollen deshalb über das Gesamtjahr auf ein «moderates Niveau» von 100 Millionen Euro zurückgehen.

(chb/aho/awp)