Der Verkauf der Distributionseinheiten in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Österreich hat beim Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach zu einem Abschreiber von 123,7 Millionen Euro geführt. Operativ konnte sich das Unternehmen knapp in den schwarzen Zahlen halten.

Obwohl Schmolz+Bickenbach mit 483'000 Tonnen im ersten Quartal 3,4 Prozent weniger Stahl absetzen konnte als im Vorjahr, stieg der Umsatz des Konzerns um 2,3 Prozent auf 765,7 Millionen Euro. In der Medienmitteilung vom Dienstag wird dies mit höheren Durchschnittserlösen begründet. Demnach ist insbesondere in den Unternehmensteilen, die auch inskünftig noch zu Schmolz+Bickenbachgehören werden, eine bessere Marge erzielt worden.

Auch ohne Abschreiber kleinerer Gewinn

Die Distributionseinheiten mitgerechnet, deren Verkauf an die französische Firma Jacquet Metal Service Ende März bekannt wurde, ist das operative Ergebnis (Ebit) allerdings schlechter ausgefallen als im ersten Quartal 2015. Es fiel um rund einen Drittel und betrug 21,5 Millionen Euro.

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Unter dem Strich schrieb Schmolz+Bickenbach wegen des Abschreibers einen Quartalsverlust von 122,4 Millionen Euro. Aber auch ohne die Berichtigung des Buchwerts der Distributionseinheiten wäre der Konzerngewinn mit 1,9 Millionen Euro klein ausgefallen. Im Vorjahr hatte der Konzern fürs erste Quartal auf vergleichbarer Basis einen Gewinn von 11,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Starker Franken belastet

Für den Geschäftsgang im laufenden Jahr sieht das Schmolz+Bickenbach-Management erhebliche Unsicherheiten. Diese gründen einerseits auf den schlechteren Prognosen zur Stahlnachfrage. Anderseits belastet der starke Franken das Unternehmen, das unter anderem in Emmenbrücke LU produziert.

Nach Konzernangaben verschlechtert jeder Rappen, den der Franken gegenüber dem Euro an Wert gewinnt, das Betriebsergebnis um 1,5 Millionen Franken pro Jahr. Im ersten Quartal 2014 seien zudem bereits einmalige Währungsverluste in Höhe von 7,4 Millionen Euro verbucht worden, hiess es.

(sda/tno/ama)