Über mehrere Jahre hat der Verwaltungsratspräsident des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach, Michael Storm, Geld aus der Firmenkasse abgezweigt. Der Schaden, der sich auf schätzungsweise 1,5 Millionen Euro beläuft, ist laut Marcel Imhof, dem operativen Chef des Unternehmens, im Rahmen einer internen Prüfung aufgedeckt worden.

In einem Communiqué  sprach Schmolz + Bickenbach von Personal- und Sachkosten, die «aus einer regelwidrigen Abgrenzung von privat und betrieblich veranlassten Aufwendungen entstanden» seien. Genauere Angaben dazu wollte Imhof auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nicht machen. Ein auf Compliance spezialisiertes Unternehmen sei mit der Überprüfung des Sachverhalts beauftragt worden.

Mithilfe der Untersuchung, die den Zeitraum seit 2006 abdeckt, soll nicht nur der genaue Betrag ermittelt werden, den Storm veruntreut hatte. Laut Imhof soll sie auch aufzeigen, wie es möglich war, dass Storm über eine derart lange Zeit unbemerkt Geld abzweigen konnte.

Schmolz + Bickenbach werde anschliessend die nötigen Schlüsse ziehen, wie solche Vergehen künftig verhindert werden können. Zudem soll die beauftragte Firma herausfinden, ob allenfalls weitere Personen in die Vorfälle involviert waren.

Anzeige

Michael Storm war seit 2003 Hauptaktionär und Verwaltungsrat des Vorgängerunternehmens Schmolz + Bickenbach, dem damaligen Hauptaktionär von Swiss Steel. Als die beiden Unternehmen 2006 fusionierten, wurde Storm zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt.

(vst/awp)