Feinschmecker, natürlich Wein -aus den Rebbergen zwischen Elsass und dem Bordelais - und guter Käse. Angeblich legt kaum ein Land dieser Erde so viel Wert auf gutes Essen und auf die besten Weine wie Frankreich. «Leben wie Gott in Frankreich» - irgendwo muss der Spruch ja herkommen.

Tatsächlich hat die Schnellimbissbranche aber gerade in Frankreich innerhalb von fünf Jahren um fast 55% zugelegt. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Fast Food allein in Gallien auf 30,3 Mrd Euro an, wie die Unternehmensberatung Gira Conseil bei einer Sandwich- und Snackmesse in der Hauptstadt Paris berichtete. Fünf Jahre zuvor seien es noch 19,6 Mrd Euro gewesen.

Auch Supermärkte mischen mit

Während das Angebot vor einigen Jahren noch auf Hamburger, belegte Brote vom Bäcker und Pizza beschränkt gewesen sei, mischen nun vor allem Supermärkte kräftig mit. Die Zahl der Imbissabteilungen mit Sandwiches, Salatbüffets, Nudeln zum Aufwärmen und auch aufwendigeren Gerichten für die Mikrowelle wächst, stellte Gira Conseil fest.

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Mittagessen immer kürzer

Die Franzosen halten sich demnach längst nicht mehr so lange beim Mittagessen auf wie noch Anfang der 70er-Jahre. Damals habe eine durchschnittliche Mittagspause 1 Stunde und 38 Minuten gedauert, heute nähmen die Franzosen sich gerade einmal 31 Minuten zum Essen Zeit. Von zehn Mahlzeiten, die die Franzosen ausser Haus einnehmen, entfallen sieben auf den Bereich Fast Food.

Ganz beliebt bei den Franzosen: McDonalds. Die Burgerkette bietet zum Teil grössere Menüs als in der Schweiz an, zum Beispiel den «Croque McDo», einen Toast mit Schinken und überbackenem Käse.

Auch im Kommen sind Schnellgerichte aus dem Wok. Gerade bei Frauen sind die Asia-Imbisse beliebt. Noch eine kuriose Zahl: 30% der Franzosen essen inzwischen überwiegend im Stehen. Na dann, bon appétit.