Nach einem krisenhaften Jahr 2009 schauen die Unternehmen wieder nach vorn. Doch nicht alle formulierten Wachstumsziele können rein durch organisches Wachstum erreicht werden - Unternehmenszusammenschlüsse und Akquisitionen sind daher ein häufiges Instrument im Werkzeugkasten der Manager.

Die Integrationsstrategie ist in der Regel klar definiert. Ebenso herrscht Klarheit über die zu erwartenden strategischen Potenziale und Ziele hinsichtlich der Nutzung von Synergien. Bei der Umsetzung gilt jedoch häufig «je schneller, desto besser». Es ist unbestritten, dass die Geschwindigkeit für eine erfolgreiche Firmenintegration von hoher Signifikanz ist. Mangelnde Führung und Kommunikation an die relevanten Träger der Veränderung und das damit einhergehende Vakuum bergen jedoch ein Risiko von bis zu 90% Abschreibung der erhofften Potenziale und Möglichkeiten. Ganz nach dem Motto «its all about leadership» sollten daher zusätzliche Faktoren nicht vernachlässigt werden - auch nicht zugunsten der Geschwindigkeit.

Auf Grund der beobachteten Muster über Branchen und Grössenordnungen hinweg sind die Variablen einer erfolgreichen Integration klar. Massgeblich über den nachhaltigen Erfolg entscheiden eine gute Integrationsstrategie, die Bindung der Leistungsträger, der Kundenfokus und das Management des Integrationsprozesses.

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Mitarbeitende miteinbeziehen

Akute Gefahr in allen Phasen ist jedoch Mitarbeiterabwanderung. Häufigster Grund dafür ist, dass nicht alle Zielgruppen mit klaren Richtlinien und abgestimmten Informationen bedient werden. Daher muss die Führung und mit ihr die Kommunikation neben rationalen Aspekten (Entwicklungsmöglichkeiten, Vergütung, neue Position im Unternehmen während und nach der Integration) auch emotionale Komponenten enthalten. Um einem möglichen Schaden durch Mitarbeiterabwanderung vorzubeugen, ist es von Bedeutung, die wichtigsten Mitarbeiter beider Parteien je Integrationsgebiet zu identifizieren und diese maximal wertschöpfend in den Prozess zu involvieren.

In den Fokus des Integrationsprozesses stellt Capgemini Consulting neben der Business-Logik daher den «Faktor Mensch»: Wer Entscheidungen mitbestimmt, trägt diese auch mit - entsprechend wertschöpfend wirken sich die Investitionen in diesen Bereich auf die Zukunft aus.

Veränderungen provozieren offene oder verdeckte Konflikte, die sich einerseits negativ auf die Projektplanung auswirken und den Fortschritt bremsen, andererseits die Motivation von Einzelpersonen in Schlüsselpositionen oder Interessengruppen schmälern können. Häufig ist der Startschuss für eine von Capgemini Consulting begleitete, erfolgreiche Post Merger Integration (PMI) deshalb die «Accelerated Solutions Environment» (ASE). Der Workshopbasierte Prozess ermöglicht die gemeinschaftliche Lösung von Problemen mit bis zu 100 Personen in sehr kurzer Zeit.

Vor dem Hintergrund von Akquisitionen werden häufig auch die eigenen Strategien auf den Prüfstein gestellt und Erkenntnisse und Möglichkeiten des neuen Partners in den Integrationsprozess eingebunden - somit wird der Integrationsprozess gleichzeitig als Schritt in Richtung eines nachhaltig kompetitiven, gemeinsamen Geschäftsmodells gestaltet.

Schneller durch Transparenz

Mangelnde Transparenz und das damit einhergehende Unverständnis für die Integrationsstrategie führen zu einer Dissonanz der einzelnen Integrationsfelder und zu einem Verlust des für den Erfolg massgeblich beteiligten Faktors Geschwindigkeit. Idealerweise sind deshalb am Anfang des Projektes die Gründe der Transaktion in Synergieziele übersetzt und auf dieser Basis eine klare und verständliche Integrationsstrategie mit dem gesamten Projektteam erarbeitet worden.

Die Kundengesamtheit beider Integrationspartner ist wesentlicher Teil des Systems und damit der gesamten Integration. Selbstredend ist der Erhalt der lückenlosen Kundenbindung essenziell, um deren Abwanderung oder Reduktion zu verhindern. Die Einbindung der Kunden unter Einbezug der relevanten Schnittstellen ist Teil des aktiv voranzutreibenden Prozesses und Stütze der perfekten Integrationsstrategie.

Insbesondere bei der Anpassung von Geschäftsmodellen sind Kunden und ihr Blick auf die neue Situation zu integrieren. Klare Kommunikationsrichtlinien mit Kundengruppen und abgestimmte Informationen über Veränderungen in der Produkt- und Dienstleistungspalette sind folglich eine «Muss-Voraussetzung» - und Erfolgsfaktor für eine anstehende Integration.