Die «alteingesessenen» Hersteller Canon, JVC, Panasonic, Sanyo und Sony präsentieren ihre neuesten Modelle bis zu 1000 Fr. Toshiba, erst seit letztem Jahr in der Riege der Camcorder-Hersteller, startet mit dem Camileo H20, einem deutlich günstigeren Model, in den Frühling (300 Fr.).

Fünf Camcorder haben die klassische Bauform im Querformat. Nur der Sanyo Xacti VPC-HD2000 ist ein Hochkantmodell, das wie eine Pistole in der Hand gehalten wird. Die Nachwuchsstars filmen hochauflösend, aber platzsparend mit dem Speicherverfahren AVCHD. Bei allen Camcordern können verschiedene Aufnahmequalitätsstufen gewählt werden. Wer noch nicht weiss, wo die Filme vorgeführt werden, entscheidet sich besser für die HD-Aufnahme - und ist dann auf der sicheren Seite.

Schöne Momente speichern

Alle Geräte sichern Videos und Fotos auf Speicherkarten. Die vier Modelle von Canon, Sanyo, Panasonic und Toshiba lesen und beschreiben die verbreiteten SD- und SDHC-Karten. Sonys HDR-CX105E bespielt die selteneren Memory Stick Pro Duo. Der JVC lässt sich mit den kleinen Micro-SDHC-Karten bestücken. Die meisten Kandidaten packen in bester Qualität eine dreiviertel Stunde Video auf eine 8-Gigabyte-Speicherkarte. Sony speichert etwas mehr als 1 Stunde darauf.

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Erstaunlich: Der Toshiba Camileo H20 bringt auf 8 Gigabyte über 2 Stunden Video unter - in seiner besten Stufe. Sony und JVC haben ihren Modellen zusätzlich einen eingebauten Speicher spendiert: Dem HDRCX105E 8 Gigabyte, dem Everio GZ-HD300 sogar eine 60-Gigabyte-Festplatte - auf die fünfeinhalb Stunden Video in der besten Qualitätsstufe passen.

Kein Detail verpassen

Der Zoom-Faktor ist nicht alles, für viele Filmer aber ein wichtiges Kaufkriterium. Verständlich, denn mit dem Zoom lassen sich nicht nur entfernte Details gross in Szene setzen. Möchte man aus begrenztem Abstand ein grosses Gebäude filmen, ist eine kurze Weitwinkelbrennweite gefragt.

Grosse Zoom-Faktoren stiften teilweise Verwirrung: Oft bezieht sich die Angabe auf die elektronischen Zoom. Doch nur die optische Vergrösserung nutzt die Detailfülle des Aufnahmechips voll aus. Der elektronische Zoom ist eine reine Ausschnittvergrösserung - zwangsläufig mit Qualitätsverlust.

Die stärkste optische Vergrösserung schafft der JVC Everio- Camcorder, mit dem Motive um das 20fache «herangeholt» werden können. Im Weitwinkelbereich hat der Canon Legria die Nase vorn; er schafft mit 35 mm die kürzeste Brennweite. Beim Zoom-Faktor macht sich der günstigere Preis des Toshiba bemerkbar: Er bringt es nur auf eine fünffache Vergrösserung.

Regieanweisung per Fingerzeig

Anweisungen nehmen die Camcorder auf verschiedenen Wegen entgegen: Teils lassen sie sich willig per Mini-Steuerknüppel lenken - wie die Modelle von Canon und Sanyo. Der Toshiba wird über das Tastenkreuz hinten am Gehäuse gesteuert. Die beiden Filmgeräte von Sony und Panasonic setzen dagegen auf einen modernen, berührungsempfindlichen Bildschirm: Die gewünschte Funktion lässt sich leicht auf dem Bildschirm antippen. Der Monitor des HDCHD20 erweist sich jedoch teilweise als etwas träge; es sind oft mehrere Berührungen nötig. Beim JVC lässt sich mit einem berührungsempfindlichen Sensor links am Kontrollbildschirm quasi per Fingerzeig durch die Menüs navigieren. Die Leiste erweist sich jedoch als zu empfindlich: Die Auswahl einzelner Funktionen artet dann in ein Geduldsspiel aus.

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Einstellungen für Profis

Moderne Camcorder steuern Schärfe und Belichtung von selbst. Doch der ambitionierte Filmer freut sich über die Möglichkeit, Schärfe oder Blende von Hand zu regeln. Im Gegensatz zur Menüsteuerung gelingt das per Touchscreen nur mühsam, ideal sind ein Einstellring am Objektiv oder Einstellräder am Camcorder-Gehäuse. Panasonic hat dafür eine andere pfiffige Lösung parat: Beim AF-Tracking berührt man auf dem Bildschirm einfach das Motiv, das der Camcorder fokussieren soll. Die Kamera folgt, auch wenn es sich bewegt.

Preis nicht entscheidend

Der JVC Everio GZ-HD300 überzeugt mit seiner guten Ausstattung. Die 60 Gigabyte grosse Festplatte macht von Speicherkarten unabhängig, das starke 20-fache Zoom bringt selbst kleine Leute gross raus.

Die Videos sind recht scharf, bei Tageslicht kaum verrauscht und zeigten natürliche Farben. Der Canon Legria HF200 überzeugt mit der besten Bildschärfe und vielen nützlichen Motivprogrammen. Ihm fehlt aber ein eingebauter Speicher, ausserdem ist die Windgeräuschunterdrückung kaum wirksam.

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Der Toshiba Camileo H20 gehört mit 250 Euro in eine andere Preisklasse: Das Zoom schafft nur eine fünffache Vergrösserung, manuelle Einstellungen kennt das Modell nicht, eine Gesichtserkennung fehlt. Wer ein günstiges Einsteigergerät sucht, greift also zum Camileo.