Die Schweizer Behörden haben im Zuge ihrer Ermittlungen im Fifa-Korruptionsskandal erneut die Zentrale des Weltfussballverbands in Zürich durchsucht. «Die Bundesanwaltschaft (BA) hat im Rahmen der bereits laufenden Strafuntersuchungen im Fussballkomplex am 02.06.2016 am Hauptsitz der Fifa eine Hausdurchsuchung durchgeführt, welche die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen soll», teilte die Behörde am Freitag mit.

Es seien Dokumente und elektronische Daten sichergestellt worden. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit den bereits eingeleiteten Untersuchungen. Fifa-Präsident Gianni Infantino gehöre nicht zu den Personen, gegen die ermittelt werde, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Fifa war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Spekulationen über Sperre Infantinos

Mehrere Medien hatten berichtet, dem Fifa-Präsidenten Infantino drohe wegen Verdunkelungsgefahr eine Sperre durch die verbandseigene Ethikkommission. Die Ethikkommission hat nach eigenen Angaben kein formelles Verfahren gegen den Präsidenten eingeleitet.

Die Behörden in der Schweiz untersuchen, ob bei der Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar Fifa-Funktionäre bestochen wurden. Ins Rollen gebracht hatten den grössten Skandal in der Geschichte des Weltfussballverbands die US-Behörden vor einem Jahr.

Blatter und Platini sind weg

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen mutmasslicher organisierter Kriminalität, Geldwäscherei und Bestechung. Im Sog der Korruptionsaffäre mussten hochrangige Fussball-Funktionäre ihre Posten räumen, darunter der langjährige Fifa-Präsident Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini.

(reuters/mbü/hon)