Kia, die koreanische Marke, die vor 12 Jahren nur dank Unterstützung des nationalen Konkurrenten Hyundai überhaupt überleben konnte, hat ihr Image der grauen Maus abgelegt. Kia ist heute eine Marke mit Ausstrahlung. Wer wüsste dies übrigens besser als Roger Federer? Immerhin war Kia Titelsponsor des vom Schweizer Tennisstar im Februar gewonnenen Australian Open 2010. Wer als Sponsor auf dieser Stufe mitreden will, muss ebenso Fluidum besitzen wie die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen können. Und eine von KPMG bei 200 Führungskräften der Automobilbranche im Umfeld der Detroit Motor Show Anfang 2010 durchgeführte Analyse über die Zukunftschancen der einzelnen Autobrands will sogar wissen, dass Kia im Schlepptau von Hyundai zu den wenigen Gewinnern der aktuellen Krise gehören wird - zusammen mit dem deutschen Volkswagenkonzern.

Kia also schlägt sich gut, weltweit mit immerhin 1,651 Mio verkauften Autos sogar vorteilhaft. Der Schweizer Importeur hingegen musste letztes Jahr eine Delle flicken, mit 2890 immatrikulierten Fahrzeugen musste im Vorjahresvergleich ein Minus von 14,6% verdaut werden. Aber hier gilt: 2009 darf nicht als einzige Messlatte für eine Entwicklung genommen werden, die grundsätzlich über einen längeren Zeitraum linear aufwärts zeigt. Denn mit der aktuellen Modellpalette - und übrigens auch den für 2009 angekündigten Neulancierungen - zeigen die Koreaner ein frisches, eigenes Gesicht. Dieser Auftritt steht dem Asiaten mit Euro-Genen gut; er wird Kia in der Schweiz rasch wieder über die 3000er-Limite führen.

Nach drei Jahren im Jungbrunnen

Hierzu einen wichtigen Beitrag liefern wird die zweite Generation des Kompaktwagens Cee’d, des mit Abstand beliebtesten Modells von Kia in der Schweiz (2009: 1280 Verkäufe). Einmal abgesehen von der seit Geburt verunglückten Typenbezeichnung besticht die koreanische Antwort auf den VW Golf nun durch die von Peter Schreyer bestimmte Formsprache mit einem komplett neuen Bug, mit einem modifizierten Heck, aber auch mit neuen Rückleuchten mit LED-Optik, neuen Leichtmetallfelgen und einem innen aufgefrischten Cockpit (Vierspeichenlenkrad, neu gestaltete Zentralkonsole usw.).

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Wichtiger aber als das Äussere ist Kia der neue 1,6-l-Dieselmotor, der - bisher noch eine Seltenheit in dieser Preisklasse - mit einem Stopp-Start-System (ISG) kombiniert ist und deshalb erfreulich tiefe Verbrauchswerte von unter 6 l/100 km und eine CO2-Emission von lediglich 122 g/km erreicht.

Und noch ein Pluspunkt sei erwähnt. Kia unterstreicht die hohe Verarbeitungsqualität des Cee’d, der sowohl als Steilheckversion, als Sporty Wagon (Kombi) wie auch als sportlicher Dreitürer (pro_ceed) auf die hiesigen Strassen rollt, mit einer weitreichenden Garantie: Sieben Jahre - oder 150000 km - sind vielen Mitbewerbern noch immer fremd.