Zwei Tage nach dem Tötungsdelikt in einer Fabrik in Menznau LU ist am Morgen eine Person festgenommen worden. Es handelt sich um den mutmasslichen Vorbesitzer der Waffe, mit der der Schütze auf seine Arbeitskollegen geschossen hat.

Wie die Luzerner Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen 43-jährigen Mann aus dem Kanton Obwalden. Die Behörden prüfen, wie die Faustfeuerwaffe vom Eigentümer zum Täter gelangt ist. Bei der Waffe handelt es sich um eine Pistole der Marke Sphinx, Modell AT 380.

Ob der Obwaldner legal im Besitz der Waffe war, und ob er diese nur ausgeliehen oder weiterverkauft hatte, ist noch nicht abgeklärt, wie Simon Kopp, Sprecher der Strafuntersuchungsbehörden, auf Anfrage sagte.

Die Behörden gaben erstmals auch Details zum mutmasslichen Täter bekannt. Der 42-Jährige war demnach vorbestraft. Er war 1998 vom Kriminalgericht Luzern zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwölf Monaten verurteilt worden, weil er mit einem Kollegen eine Frau umgestossen und deren Tasche gestohlen hatte.

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Schütze hinterlässt Frau und Kinder

Der langjährige Mitarbeiter des Holzverarbeiters Kronospan hatte gezielt auf Arbeitskollegen geschossen und dabei drei von ihnen tödlich verletzt. Er wurde von der Polizei ebenfalls tot am Tatort vorgefunden.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Täter vor Ort an einer Schussverletzung gestorben sei, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wie er die Verletzungen erhalten habe, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Neben dem Schützen waren zwei weitere Personen am Tatort gestorben, eine weitere Personen erlag am Donnerstag ihren Verletzungen. Eine leicht verletzte Person konnte das Spital verlassen. Fünf weitere Personen befanden sich heute weiterhin in Spitalpflege. Zwei davon seien in kritischem Zustand, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Kein Abschiedsbrief gefunden

Was am Mittwochmorgen am Tatort genau passierte, ist weiterhin unklar. Wichtige Einvernahmen hätten noch nicht durchgeführt werden können, weil die Zeugen verletzt seien, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Staatsanwaltschaft gab zur Klärung des Tatablaufes und des Motives diverse Ermittlungen in Auftrag. Neben der Befragung von Zeugen gehören dazu auch ballistische, kriminaltechnische und Umfeldabklärungen. Ein Abschiedsbrief sei beim Täter nicht gefunden worden, sagte Kopp.

Gedenkfeier am Abend

Kopp sagte, dass gemäss des bisherigen Erkenntnissstandes alle Schüsse aus einer Waffe abgefeuert worden seien. Wie viele Schüsse gefallen seien, gaben die Behörden aber nicht bekannt.

Für die Bevölkerung von Menznau wurde für den Abend eine Gedenkfeier angesetzt. Für diese kündigten der Luzerner Regierungspräsident Guido Graf und die Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli ihre Teilnahme an.

(tno/sda)

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