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Telekom
Schuldenabbau: Sunrise verkauft Handyantennen

Handyantenne: Verkauft. Keystone

Sunrise verscherbelt die Infrastruktur, um Kapital für den Abbau von Schulden freizusetzen. Mehr als 2000 Handyantennen wechseln den Besitzer.

Veröffentlicht am 24.05.2017

Sunrise verkauft einen Teil seiner Handyantennenmasten. 2239 Mobilfunkmasten gehen für eine halbe Milliarde Franken an ein Konsortium der spanischen Cellnex, der Swiss Life und der Deutschen Telekom. Das Geld will Sunrise für einen Schuldenabbau einsetzen.

Der Verkauf hat sich abgezeichnet. Im März lagerte das Telekomunternehmen einen grossen Teil der Funkstandorte in eine neue Gesellschaft aus, wie die «Handelszeitung» seinerzeit berichtete.

Ausland als Vorbild

Die eigentlichen Sende-Anlagen sind von der Transaktion ausgenommen. Übertragen werden lediglich die sogenannten «passiven» Installationen wie Masten und Gebäude, Baurechte und Mietverträge. Die Sendemasten werden dann von Sunrise zurückgemietet: Das Unternehmen ist mit dem Konsortium einen Servicevertrag zur Erbringung von Infrastrukturdienstleistungen für die Antennenmasten eingegangen, heisst es im Communiqué vom Mittwoch.

Sunrise ist nicht das erste Telekomunternehmen, das diesen Weg geht. Ausländische Gesellschaften wie Telefónica oder Telecom Italia haben solche Transaktionen vorgemacht. Sunrise ist aber sehr wohl die erste Firma, die diesen Weg in der Schweiz beschreitet. Die drei grossen Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt besassen ihre Antennenmasten bislang selber. Bei Swisscom und Salt ist ein Verkauf gemäss früheren Angaben kein Thema.

Ziele nach unten korrigiert

Von der halben Milliarde Verkaufspreis will Sunrise 450 Millionen Franken für die Reduktion der Schulden einsetzen. 30 Millionen würden für die Beschleunigung des Netzausbaus, der Partnerschaften mit Glasfasernetzanbietern und des Ladennetzes verwendet. Der Rest des Verkaufspreises soll unter anderem Transaktionskosten decken.

Von dem Deal profitieren auch die Aktionäre: Sunrise strebt nun eine Dividende von 3,90 bis 4,10 Franken pro Aktie an. Das sei eine Steigerung um 17 bis 23 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. Im Gegenzug senkt Sunrise die Ziele für den bereinigten Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda). Neu dürfte das operative Ergebnis zwischen 577 und 592 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2017 erreichen. Bisher hatte Sunrise 595 bis 610 Millionen Franken angepeilt. 2016 hatte das Unternehmen einen bereinigten Ebitda von 611 Millionen Franken erzielt.

(sda/ise/mbü)

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