Nachdem die schwedische Industriegruppe Nibe bereits knapp ein Drittel aller Schulthess-Aktien besitzt, unterbreitet sie den restlichen Aktionären nun ein öffentliches Kaufangebot. Nibe bietet 36 Franken in bar pro Schulthess-Aktie sowie insgesamt rund 1,5 Millionen eigene B-Aktien, wie es in der Mitteilung vom Morgen heisst. Dies entspreche insgesamt einem Preis von rund 60 Franken pro Titel.

Die Frist für das Übernahmeangebot für den Hersteller von Waschmaschinen, Geschirrspülern und Wäschetrocknern läuft voraussichtlich vom 9. Mai bis zum 6. Juni 2011. Das schwedische Unternehmen will 90 Prozent oder mehr der Aktien des Unternehmens aus Bubikon ZH erhalten, wie es weiter heisst.

Nibe mit Sitz in Markaryd, im Süden Schwedens, ist in der Wärmetechnologie tätig und insbesondere auf die Herstellung von Wärmepumpen spezialisiert. Nun will der bisher in Schweden und Polen aktive Konzern mit Schulthess die geografische Präsenz auf die Schweiz, Deutschland und Österreich erweitern.

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Firmen profitieren von Trend

Die rasch zunehmende Bedeutung von erneuerbaren Energiequellen habe in ganz Europa zu einem Durchbruch der Wärmepumpenherstellung geführt. Nun könnten beide Firmen durch die Übernahme von diesem starken Trend profitieren, hiess es im Communiqué weiter. Die neue, vergrösserte Nibe Gruppe wird voraussichtlich einen Umsatz von umgerechnet rund 1 Milliarden Franken erreichen.

Der Verwaltungsratspräsident der Schulthess-Gruppe, Rudolf Kägi, zeigte sich überzeugt, dass mit der Übernahme ein "marktführendes Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Energielösung" formiert werde. Nibe-Chef Gerteric Lindquist hält die Kombination von Schulthess und Nibe für "strategisch perfekt".

Die Schulthess Gruppe soll gemäss Medienmitteilung als eigenständige Einheit im Geschäftsfeld Nibe Energy Systems geführt werden. Die Standorte bleiben bestehen. Der Verwaltungsrat der Schulthess-Gruppe wird künftig sechs Mitglieder umfassen - drei von Nibe, drei von Schulthess.

(laf/tno/sda/awp)