Im Zuge des Abgase-Skandals bei Volkswagen kommt nun offenbar auch Konkurrent BMW unter Druck. Das hätten Strassentests des International Council on Clean Transportation (ICCT) gezeigt, berichtet die «Auto Bild».

Beim Modell BMW X3 xDrive 20d sei die europäische Abgasnorm um mehr als das 11-fache überschritten worden. Damit schneide der Wagen noch schlechter ab als der von der US-Umweltbehörde EPA beanstandete VW Passat. Der Bericht machte denn auch schnell die Runde am Aktienmarkt. In Frankfurt sanken die Papiere von BMW am Mittag um rund 8 Prozent.

«Kein VW-spezifisches Problem»

«Alle Messdaten deuten darauf hin, dass das kein VW-spezifisches Problem ist», zitiert die «Auto Bild» Peter Mock, Managing Director vom ICCT. BMW selber will von einem Schummelmotor aber nichts wissen.

BMW wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe: «Bei der BMW Group wird nicht manipuliert und wir halten uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben und erfüllen alle lokalen Testvorgaben», teilte der Münchner Konzern am Donnerstag mit. «Das heisst: Bei unseren Fahrzeugen wird in der Abgasbehandlung nicht zwischen Rollen- und Strassenbetrieb unterschieden.» Ein Sprecher des bayrischen Autobauers teilte auf Anfrage mit: «Es gibt bei BMW keine Funktion zur Erkennung von Abgaszyklen. Alle Abgassysteme bleiben auch ausserhalb des Abgaszyklus aktiv.»

Daimler bekräftigt weisse Weste

Bereits am Montag hatte BMW mitgeteilt, das Unternehmen sei nicht von der Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA betroffen. Der Konzern sei nicht von US-Behörden kontaktiert worden, sagte ein BMW-Sprecher. Die US-Umweltschutzbehörde EPA habe Diesel-Modelle von BMW getestet und befunden, dass die Regeln eingehalten worden seien.

Auch Daimler bekräftigt, eine weisse Weste zu haben. «Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen», sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag.

Milliarden-Strafe droht

Volkswagen hatte am Wochenende Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben, die dem Autobauer eine Milliarden-Strafe einbrocken könnten.

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Die US-Umweltschutzbehörde EPA verdächtigt VW, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Es geht um fast eine halbe Million Autos. Für Volkswagen könnte dies nach Angaben der Behörde eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar nach sich ziehen. Die VW-Aktie verlor an der Börse über 20 Prozent.

(dbe/ama/mit Material von Reuters)