Immobilien sind dann nachhaltig, wenn sie ökologische, soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen optimal umsetzen. Dadurch minimieren sie das Risiko einer Wertminderung und erzielen langfristig eine angemessene Rendite. Bereits seit längerem ein zentrales Thema im Gebäudebereich sind Energieaspekte. Energieeffiziente Bauten bringen einen Mehrwert – für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Das Optimierungspotenzial dafür ist gross: Der schweizerische Gebäudepark beansprucht rund die Hälfte des jährlichen inländischen Energieverbrauchs und ist für 40% des CO2-Ausstosses in der Schweiz verantwortlich.

Höhere Verkaufspreise

Wie kann nun ein Laie beurteilen, ob eine Liegenschaft nachhaltig gebaut wurde? Labels oder Ratings können hier als Entscheidungshilfe dienen. Mit über 10000 zertifizierten Liegenschaften ist Minergie in der Schweiz das bekannteste Qualitätslabel für klimafreundliche Gebäude. Eine kürzlich durch die Zürcher Kantonalbank und das Center for Corporate Responsibility and Sustainability der Universität Zürich (CCRS) publizierte Studie zeigt auf, dass eine Nachfrage nach umweltfreundlichen, energiesparenden Bauinvestitionen besteht. Die Nachfrage ist vor allem im gehobenen Marktsegment angesiedelt. Denn Minergie-Eigenheime erzielen höhere Verkaufspreise als konventionelle Objekte – sowohl bei Einfamilienhäusern wie auch bei Eigentumswohnungen. Der geschätzte Aufpreis für Einfamilienhäuser liegt bei 7%, wohingegen bei Eigentumswohnungen der Aufpreis mit 3,5% deutlich kleiner ausfällt. Dies erklärt sich damit, dass die Energiegrenzwerte für ein Mehrfamilienhaus leichter und im Verhältnis zur Wohnfläche kostengünstiger zu erreichen sind als für ein Einfamilienhaus. Die Studie verdeutlicht, dass die Eigentümer bereit sind, den Mehraufwand eines energieeffizienten Gebäudes in der heutigen Marktsituation zu tragen. Aus der Sicht eines Immobilieninvestors bedeutet dies, dass dieser Aufwand überwälzt werden kann.

Minergie rechnet sich

Die Rentabilität von Minergie- gegenüber konventionellen Gebäuden muss jedoch differenziert betrachtet werden. Unter der Annahme einer Amortisationszeit von 30 Jahren, vergleichbaren Unterhaltskosten und der Wärmeerzeugung mittels Heizöl wird die finanzielle Rentabilität der energiesparenden Investitionen bei einem Minergie-Einfamilienhaus erst bei einem Ölpreis von 218 Fr. erreicht. Besser sieht es bei einem Minergie-Mehrfamilienhaus aus, wo bereits ein durchschnittlicher Ölpreis von 102 Fr. hinreichend ist. Mit Einbezug von Zinsvergünstigungen und Förderbeiträgen, wie sie heute von diversen Banken, Kantonen und Stiftungen gewährt werden, sieht die Rechnung jedoch besser aus. Am Beispiel eines Minergie-P-Einfamilienhauses wird unter Einbezug eines zinsvergünstigten Darlehens in der oben genannten Studie aufgezeigt, dass sich in diesem Fall die Mehrinvestitionen bereits bei einem Heizölpreis von 100 Fr. pro 100 l innerhalb von 30 Jahren amortisieren lassen (siehe Tabelle).

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