Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce kommt wegen einer schwachen Nachfrage erneut in Turbulenzen. Im kommenden Jahr dürfte der Gewinn um 650 Millionen Britische Pfund (918 Millionen Euro) geringer ausfallen als im laufenden Jahr, kündigte der Rivale von Unternehmen wie General Electric und Pratt & Whitney in London an. Das Wartungsgeschäft schwächle, zudem seien Antriebe für Geschäftsreisejets weniger gefragt. Selbst für 2015 hat Rolls-Royce-Chef Warren East nur noch das untere Ende seines Gewinnziels im Blick.

Die Rolls-Royce-Aktie stürzte nach den Nachrichten regelrecht ab. An der Londoner Börse verlor das Papier am Vormittag 20,46 Prozent auf 530,50 britische Pence. Rolls-Royce hatte bereits seit zwei Jahren mit mehreren Gewinnwarnungen die Anleger verschreckt.

Schwierige Aussichten

«Die Aussichten für 2016 sind sehr schwierig», sagte East. «Das Tempo und die Stärke der Veränderungen in einigen unserer Märkte, in denen es in der Vergangenheit gut gelaufen ist, sind sehr deutlich.» Die Fixkosten seien einfach zu hoch, so dass relativ moderate Veränderungen beim Umsatz zu grosse Belastungen für den Gewinn mit sich brächten. Für das laufende Jahr erwartet der Manager nur noch einen Vorsteuergewinn am unteren Ende der bisherigen Zielspanne von 1,3 bis 1,47 Milliarden Pfund.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, will East nun ein Sanierungsprogramm auflegen, das ab dem Jahr 2017 Einsparungen von 200 Millionen Pfund bringen soll. Details zur Straffung der Organisation will er am 24. November bekanntgeben.

(awp/chb)