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Schwacher iPhone5-Absatz belastet US-Börsen

Der Verkauf des neusten Apple iPhone könnte besser laufen. (Bild: Keystone)

Der Run auf das iPhone5 hält sich in Grenzen. Jetzt belastet der schwache Verkauf sogar die US-Börsen.

Veröffentlicht am 15.01.2013

Kursverluste beim Börsenschwergewicht Apple haben die Tech-Werte an der Wall Street am Montag belastet. Anleger spekulierten aufgrund von Medienberichten, dass Apples iPhone 5 sich nicht so gut verkauft, wie es der starke Marktstart im September vermuten liess.

Zudem hielten sich Investoren vor der anstehenden Berichtssaison zurück, die erst ab Mitte der Woche Fahrt aufnimmt. Einige Anleger erwarten, dass viele Unternehmen eher schwache Zahlen vorlegen werden.

Der wochenlange US-Haushaltsstreit, in dem Ende Dezember in letzter Minute nur ein vorübergehender Kompromiss erzielt wurde, dürfte die Wirtschaft nicht gerade beflügelt haben. Dell-Aktien stiegen um bis zu 15 Prozent nach einem TV-Bericht über Verkaufsgespräche.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq, in dem die Apple-Aktie geführt wird, verlor 0,3 Prozent auf 3117 Punkte. Der S&P-500 gab 0,1 Prozent nach auf 1470 Zähler. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg indes um 0,1 Prozent auf 13'505 Stellen.

Börsianer verhalten zuversichtlich

Experten zufolge herrscht aber weiter grundsätzlich Zuversicht an den US-Börsen - obwohl es für die Firmen diesmal eher schwierig werden dürfte, mit ihren Zahlen die Erwartungen zu erfüllen.

«Ich denke, bei Umsatz und Margen werden die Ziele mehr verfehlt als erfüllt», sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. «Aber der grundlegende Faktor ist, dass es Wirtschaftswachstum gibt und dass die Weltwirtschaft anzieht.»

Ein führender Vertreter der US-Notenbank erklärte, er rechne für dieses Jahr mit einem Wachstum der US-Wirtschaft von 2,5 Prozent und für nächstes Jahr mit 3,5 Prozent.

Apple zieht Zulieferer herunter

Zeitungsberichten zufolge senkte Apple wegen geringerer Nachfrage seine Bestellungen für LCD-Bildschirme und andere iPhone-Teile im laufenden Quartal drastisch. Die Apple-Aktie verlor 3,6 Prozent. Zeitweise kosteten die Papiere erstmals seit knapp einem Jahr wieder weniger als 500 Dollar.

In den Apple-Sog gerieten auch Zulieferer des Konzerns. So verloren Papiere von Cirrus Logic 9,4 Prozent.

Rückzug von Dell?

Dell-Aktien schlossen 13 Prozent fester. Der schwächelnde PC-Hersteller führt Bloomberg TV zufolge mit Investoren Gespräche über einen Verkauf des Unternehmens und einen Rückzug von der Börse. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium.

Dell wollte sich nicht äussern. An der Börse ist der Konzern mit rund 19 Milliarden Dollar bewertet. Die Papiere des Wettbewerbers HP stiegen um 4,9 Prozent. JPMorgan hob ihr Kursziel für den Computerkonzern an.

UPS bläst TNT-Express-Übernahme ab

Auch UPS stand im Blickpunkt. Der US-Paketdienst blies seine 5,2 Milliarden Euro schweren Pläne für einen Kauf des niederländischen Rivalen TNT Express wegen des Widerstands der EU-Wettbewerbshüter ab. Die UPS-Aktie stieg um 1,7 Prozent, TNT verloren indes 41 Prozent.

Boeing konnten ihren Sinkflug mit einem Plus von 1,8 Prozent stoppen, obwohl nach den US-Behörden nun auch die Aufseher in Japan eine Untersuchung beim Dreamliner einleiteten. Zuletzt gab es eine ganze Serie von Pannen bei Boeings Prestigeobjekt. In Zürich landete am Montag erstmals ein Dreamliner. Die Maschine der Gesellschaft Quatar Airways lockte viele Aviatik-Fans an den Flughafen.

(tke/chb/sda)

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