Bosshard konnte das Tempo aus dem ersten Halbjahr nicht in die zweite Jahreshälfte mitnehmen. Im dritten Quartal wurden Verkäufe über insgesamt 152,5 Millionen Franken realisiert - exakt gleich viel wie im Vorjahreszeitraum. In Lokalwährungen (LW) ergab sich nur noch ein leichtes Plus von 1,1 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zum Vergleich: Für das erste Halbjahr wurden Wachstumsraten von 3,0 Prozent in Franken sowie 5,6 Prozent in LW vermeldet.

Begründet wird die Stagnation vor allem mit dem schwierigen Marktumfeld in Europa. Tatsächlich kam das Wachstum in diesem Hauptmarkt, wo rund zwei Drittel des Umsatzes erzielt werden, praktisch zum Erliegen (+0,4 Prozent in Franken, +1,5 Prozent in LW). Im ersten Halbjahr waren noch Werte von +6,5 Prozent und +7,1 Prozent ausgewiesen worden.

Asien wächst schnell

In den beiden anderen Märkten Amerika und Asien, die in etwa zu gleichen Teilen den Rest zum Umsatz beisteuern, setzten sich die Entwicklungen aus dem ersten Semester in akzentuierter Art und Weise fort. In Amerika nahmen die Verkäufe um 12 Prozent auf 27,3 Millionen Franken (-11 Prozent in LW) ab, in Asien hingegen um 15 Prozent auf 26,7 Millionen Franken (+16 Prozent in LW) zu.

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Die Wachstumsentwicklung in Asien erkläre sich mit der dortigen gezielten Aufbauarbeit und sei breit abgestützt, heisst es in der Mitteilung. Es seien neue Kunden gewonnen worden. In Amerika hingegen habe ein - namentlich nicht genannter - Grosskunde weniger eingekauft. Ausserdem habe der US-Elektrofahrzeughersteller Tesla vorübergehend ein Werk geschlossen. Diese Massnahme tangiere die gute Absatzperspektiven bei diesem Kunden aber «in keiner Art und Weise», wird zugleich betont.

Analyst nicht überrascht

Mit dem erzielten Quartalsumsatz hat Bossard die Erwartungen der Analysten knapp verfehlt: Diese hatten im Durchschnitt mit 156,3 Millionen Franken gerechnet. Er sei über das schwächere Wachstumsmomentum in Europa nicht überrascht, schreibt der Analyst von Baader Helvea in einem ersten Kommentar.

Für die ersten drei Quartale 2014 kann Bossard nun gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen 2,0 Prozent höheren Umsatz von 473,5 Millionen Franken ausweisen. In Lokalwährungen hätte ein Wachstum von 4,1 Prozent resultiert.

Kein Schlussspurt erwartet

Für das laufende Schlussquartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz «in der Höhe des dritten Quartals». Die regionalen Unterschiede würden sich dabei voraussichtlich fortsetzen: Während in Asien weiterhin ein überproportionales Wachstum angestrebt werde, sei für Europa auf Basis der Vorlaufindikatoren mit einer eher verhaltenen Nachfrage zu rechnen. Eine Verbesserung wird in Amerika angepeilt, wo sich die wachsenden Volumina mit Tesla vorteilhaft auswirken sollten.

Insgesamt geht das Bossard-Managment nun von einem Jahresumsatz von rund 625 Millionen Franken und einem Wachstum von 4 Prozent in Lokalwährungen aus. Die bedeutet eine leichte Reduktion der Guidance: Bislang wurde ein Plus von 5 Prozent bis +8 Prozent in LW angestrebt.

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(awp/ise/ama)