Der US-Chiphersteller Intel bekommt die anhaltende Schwäche im PC-Geschäft zu spüren. Der weltgrösste Halbleiter-Konzern verdiente im abgelaufenen Quartal gut sechs Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Nettogewinn auf 3,1 Milliarden Dollar. Die Erlöse gingen auf 14,5 Milliarden Dollar zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Die Aktien gaben nachbörslich etwas nach.

Trend Cloud Computing

Intel profitiert zunehmend vom Trend zum Cloud Computing in der IT-Industrie, bei dem Rechen- und Speicher-Dienstleistungen vom persönlichen Computer ins Internet verlagert werden. Das Unternehmen liefert etwa die dafür nötigen Chips für Rechenzentren.

In der immer noch grösseren PC-Sparte lief es dagegen schlecht. Der Konzern hatte vor Jahren den Trend zu Smartphones und Tablet-Computern verschlafen. Experten befürchteten bereits, Rivalen wie der Chipentwickler ARM oder Qualcomm könnten dem Platzhirschen den Rang ablaufen.

Ein starkes Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren hilft dem Chip-Riesen Intel über die Schwäche des PC-Marktes. Der Umsatz des Halbleiter-Marktführers blieb im dritten Quartal mit 14,5 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar.

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Das Geschäft mit Rechenzentren legte von 3,7 auf 4,1 Milliarden Dollar zu. Die zunehmende Datenflut sorgt für den Ausbau der Anlagen. Allerdings stehen in diesem Bereich die Wachstumsraten ebenfalls unter Druck: Vor allem in China treten Unternehmen bei Server-Käufen auf die Bremse. Intel-Chef Brian Krzanich sagte in einer Telefonkonferenz, er hoffe, dass es mit der Zeit wieder Zuwächse um die 15 Prozent geben werde.

Hoffnung «Skylake»

Intel hofft auf die im September vorgestellte neue Chip-Generation «Skylake», die PCs wieder attraktiver machen soll. Im vergangenen Quartal waren die Verkäufe von Notebooks und Desktop-Rechnern laut den Marktforschern von IDC trotz des Starts des neuen Microsoft -Systems Windows 10 erneut um über zehn Prozent gesunken. Verbraucher und Unternehmen greifen eher zu Smartphones und zum Teil auch Tablets. Intel hat einen Marktanteil von rund 80 Prozent bei PC-Chips und bekommt deshalb den Rückgang deutlich zu spüren.

Ausserdem sind die Profite bei PC-Chips unter Druck: Das operative Ergebnis des Bereichs fiel im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 2,43 Milliarden Dollar. Obwohl Intel mit Prozessoren für Rechenzentren nur halb so viel Umsatz macht, fiel der operative Gewinn der Sparte mit 2,13 Milliarden Dollar vergleichsweise hoch aus.

Über den Erwartungen

Das Geschäft mit Chips für vernetzte Geräte im sogenannten Internet der Dinge wuchs um knapp zehn Prozent auf 581 Millionen Dollar und warf ein operatives Ergebnis von 151 Millionen Dollar ab.

Die Quartalsergebnisse lagen über den Erwartungen der Analysten, die Aktie legte nachbörslich zunächst leicht zu, landete nach den Prognosen aber bei einem Minus von fast drei Prozent.

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(reuters/sda/chb)