Tim Anderson, Analyst bei Sanford C. Bernstein & Co., hatte zur Telefonkonferenz geladen – und Novartis-Manager Timothy Wright liess sich ein klein wenig in die Karten blicken. «Das Thema ist zentral auf unserem Radar», wird er vom Finanznachrichtendienst «Bloomberg» zitiert. Gemeint ist der Alzheimer-Markt mit einem geschätzten Potenzial von 20 Milliarden Dollar.

Und dieser Markt ist begehrt – gleich drei Medikamenten-Hoffnungsträger scheiterten in den vergangenen Monaten: Gammagard von Baxter, Solanezumab von Eli Lilly und das von Pfizer, Johnson & Johnson sowie Elan gemeinsam entwickelten Bapineuzumab.

Einlizensierungen denkbar

Bis 2030 sollen weltweit 65 Millionen Menschen unter der Nervenkrankheit Alzheimer leiden, so die Prognosen. Novartis suche laut Wright nach Möglichkeiten, um den Markt weiter aufmischen und gegen starke Konkurrenz wie Roche oder Merck & Co. antreten zu können – auch über sogenannte Einlizensierungen. Bis jetzt sei man in Basel noch nicht so weit wie eigentlich gewünscht.

Mit Exelon hat Novartis bereits ein Medikament, das – nebst Parkinson – auch gegen Alzheimer eingesetzt werden kann. Dessen Umsatz wird für 2013 auf 930 Millionen Dollar geschätzt. Zudem ist Novartis im Besitz einer Lizenz für einen Alzheimer-Impfstoff, den einst die Zürcher Cytos angestossen hatte.

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Andere Unternehmen wie Sanofi stellen Alzheimer hintenan – Bristol-Myers Squibb wolle das Thema zwar weiter verfolgen, fokussiere sich aber auf den Onkologie-Markt.

(vst)